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Calderon : eine literaturhistorische Studie zu seiner Gedächtnisfeier :
(Fortsetzung.)
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Zur Charakteristik Karls Xll. von Schweden, 281

allerdings kaum zu erkennen ist. Dasselbe ist der Fall bei derGroßen Zeuobia,"^) einem Jugeudwcrke des Dichters, das bei einer oft ins Schwülstige verfallenden Diction und andern Mängel,? immerhin eine große Gestaltungskraft bekundet,

(Schluß folgt,)

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Zur (Lharakteristik Karls XII. von Schweden.

enige Kriegsfürsten haben eine so allgemeine Bewunderung genossen wie Karl XII. vou Schweden. Wohl pries man seine Ahuen als siegreiche Heerführer, wohl hatte vor allem der große Gustav Adolf den Ruhm und die Macht der schwedischen Waffen in fernen Ländern begründet, aber die Vorfahren waren gereifte Männer gewesen, als sie an die Spitze ihrer Heere traten. Die Feldherrngabe des Enkels aber erschien als eine glückliche Mitgift der Natur, uud schon der erste Feld­zugsplan des kaum den Knabenjahren entwachsenen bewies sich als ein Meister­stück der Erfindung. Wie er, ein gottvertrauender Held, von gegnerischer Arglist umstellt, für seine gerechte Sache zum Schwerte griff, wie er im Jahre 1700 aus der vaterländischen Königsburg aufbrach und sein Muth, sein Selbstvertrauen die Pläne der Gegner durchkreuzte, sie überraschte und erschütterte, wie er sieben Sommer und sieben Winter hindurch die Waffen nicht aus der Hand legte und seine tollkühnen Anschläge fast immer vom Erfolg gekrönt wurden, wie er Däne­mark demüthigte, Rußland schlug, wie Polen uud Sachsen seine Beute wurden, wie er eine Königskrone verschenkte und kein König der Erde ihm widerstand, das hat die Welt erfüllt und die Menschen gezwungen, ihn zu den größten Helden zu zählen.

Und doch konnte jeue Siegeslaufbahn nicht ohne Schaden betreten werden. Sieben Jahre des ununterbrochnen Kriegsglücks," so sagt Karl von Noorden in seiner unvergleichlich schönen Charakteristik Karls XII. (Europäische Geschichte im achtzehnten Jahrhundert, 2. Bd,, S. 566),hatten hingereicht, um in dem geistigen und sittliche» Wesen des fünfundzwanzigjährigen Mannes die Per­sönlichkeit des achtzehnjährigen Jünglings bis zur Unkenntlichkeit zn entstellen. Eine riesige Naturkraft, die weder durch Selbstzucht noch durch die Schule des

*) Uebcrsetzt von Gries im 1. Bande, Grenzbotcu II, 1381.

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