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Erinnerungen an Heinrich Leo : zum zweijährigen Todestage Leos, den 24. April.
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Lalderon.

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jemand nach der Reihe durch Examina getrieben wird, die nnr über Kenntnisse, nie über die Persönlichkeit etwas aussagen und in der Folge davon bei der Sicher­heit der Anstellung auch den jungen Leuten alles hebende Gefühl der Persönlich­keit, den Charakter nehmen. Wie oft kam es damals vor, daß ein Stndent, Soldat ward in einem Staate, der eben Krieg führte, in Rußland oder Frankreich; der Mann war frei, freilich fast nnr wie der Sperling auf dem Zanne, aber in dieser Freiheit ward oder blieb er vielmehr ein Charakter, während man dergleichen jetzt mit der Laterne suchen kann. An der Charakterlosigkeit und an dem Griechisch und Lateinisch seiner Beamteten, will sagen an der Vielwisserei, wird Preußen noch seinen bittersten Feiud mit der Zeit erkennen müssen. Der Präsident von Gerlach sagte immer, ward aber dabei in der Regel kläglich mißverstanden, man solle die Leute nicht nach Exmninibns, sondern nach Gnade anstellen, so war es im alten Reiche und in Folge davon gab es auch noch andre Studenten und waren auch die Uni­versitäten etwas andres sie waren das, was eigentlich nur kleine Universitäten im eminenten Sinne sein können und sein sollen. Da eine Aenderung des Examens in Gnade im alten Sinne, d, h, in Wahl nach dem Eindruck der Persönlichkeit auf deu Wählenden nicht zu deuken ist, wird auch niemand die Metamorphose der Uni­versitäten in Polytechnische Schulen und folglich den Verzug der Universität in größere und reichere Städte aufhalten können."

Leo, der reich begabte Mnnn, verlebte die letzten Jahre mit getrübtem Geiste, gepflegt lange Zeit mit seltner Opferfreudigkeit und Liebe von seiner Gattin, Wie viel er in den taugen Jahren der Trübsal gelitten wer kann die Ant­wort geben, dn diese ihm selbst versagt war? Am 24, April 1878 schied er ans dem Leben er hatte seine Lebensaufgabe erfüllt und sein Werk vollbracht, Ehre und Treue seinem Andenken!

(talderon.

Line literarhistorische Studie zu seiner Gedächtnißfeier, von Paul Schönfeld.

achdem im Sommer des vorigen Jahres die portugiesische Nation den dreihundertsten Eriunerungstag an das Hinscheiden ihres größten Dichters Camoens festlich begangen hat, rüstet sich gegen­wärtig das spanische Nachbarvolk zu einer ähnlichen nationalen Feier. Auch diese gilt einem Meister der Dichtknust, dessen Be­deutung weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinausreicht. Zwar theilt der große spanische Dramatiker Calderon, der am 25, Mai 1681 seine ruhmvolle