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Max Maria von Weber.
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Staatseiseubahuen) mit dem Sitz in seiner Heimatstadt Dresden, Hier war es, wo er neben seinen eigentlich amtlichen Aufgaben jene doppelte literarische Thätig­keit zu entwickeln begann, welche theils ein Resultat seiner fortgesetzten Studien, seiner Reisen, seines beständigen fast leidenschaftlichen Antheils an der Entwick­lung der Technik, theils eine Befriedigung des ihm entschieden innewohnenden künstlerischen Triebes war. Schriften höchst verschiedncr Gattung entstanden. Zur erstnugedeuteten Gruppe derselben zählten, neben zahlreichen Abhandlungen in Fachzeitschriften:Die Technik des Eisenbahnbetriebes," das in mehrem Auf­lagen »veitverbreitete, in fast alle europäischen Sprachen übersetzte HandbuchDie Schule des Eisenbahnwesens," die Schriften überDas Telegraphen- und Signal­wesen der Eisenbahnen" undDie Stabilität des Gefügcs der Eisenbahngeleise," Zur zweiten gehörten die farbenreichen Reiseskizzen:Ein Ausflug nach Nord­afrika" und die ersten jener Skizzen und Schilderungen aus derWelt der Arbeit", der Technik im engern Sinne, durch welche der Autor Antheil für diese seine Welt in den weitesten Kreisen zu erwecken suchte und thatsächlich er­weckte. Mit klarem Blick, aber mit allzuleichter Reizbarkeit und Verlctzlichkeit, erkannte Weber, daß die größten und mächtigsten Leistungen der neuern Technik der Durchschnittsbildung fremd, in ihrer Bedeutung unbegriffen, in der Wür­digung der zu ihnen nöthigen geistigen Kräfte weit unter ihrem echten Werthe geschätzt waren. Mit einer Art Ungeduld erfüllte ihn weiter die so natürliche uud aus der ganzen Entwicklung der technischen Wissenschaften und des tech­nischen Bcrnfs iu Deutschland leicht erklärliche Ungleichheit der Bildung seiner Berufsgenosscn, die Mängel der socialen Stellung derselben. Indem er hier eingreifen und Wandel schaffen wollte, ärgerte und reizte er in seinem Eifer oft diejenigen, für die er sprach und schrieb und die es doch nicht gern hören mochten, daß ihnen noch viel sehle und das meiste von ihnen selbst erworben werden müsse. Auch war es unausbleiblich, daß in Webers eignen Anschauungen und Ueberzengnngcn hier mancherlei Ungleichheiten, je nach der Stärke der ihn erfüllenden Vorstellungen, der beherrschenden Stimmung, vorhanden blieben. Und da man an diese halbpvctischen Arbeiten nicht immer poetische Maßstäbe legte, sondern sie ansah, als ob nüchterne Belehrung ihr Zweck sei, so konnte es nicht ausbleiben, daß namentlich die frühesten Schilderungen und Skizzen dieser Art auch bemäkelt wurden. Indeß trägt jede eigenthümliche Tüchtigkeit nnd jede Weise vollendeter Darstellung eine gewisse Bürgschaft der Wirkung und des Erfolgs iu sich. Die in verschiedne» Zeitschriften zerstreuten, in den drei Sammlungen:Aus der Welt der Arbeit,"Werke und Tage,"Schauen nnd Schaffen" gesammelten, halb schildernden, halb novellistischen, immer höchst charak­teristischen, von einem nur ihm eignen poetischen Duft umhcmchten, fesselnd ge-