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kehr gedrängt werde. Wenn möglich, svllte ein solcher Ausgleich getroffen werden, daß die Knnfkraft eines jeden geprägten Dollars auf allen Weltmärkten in seinem schnldzahlendcn Werthe vollkommen gleich sei. Es ist eine Hauptpflicht der National- Regicrung, iu Hinsicht auf das coursireude Geld (eourremc-7) des Landes Geld zu prägen und dessen Werth festzustellen. Es erheben sich große Zweifel, ob der Con- greß nach der Bcrfassnng befngt ist, irgend eine Art von Papiergeld zum gesetzlichen Zahlungsmittel (IsZÄl temlsr) zu machen. Die gegenwärtige Ausgabe der Bereinigten Staaten-Noteu wnrde durch die Anforderiuigen des Krieges nothwendig; allein solches Papiergeld sollte bezüglich seines Werthes nnd Umlanfcs von dessen Verkehrsbranchbarkeit abhängen, nach dein Willen des Inhabers in klingender Münze einlösbar sein und keine Zwangseircnlation haben. Diese Noteil sind kein Geld, sondern Zahlnngsversprechen von Geld. Wenn der Inhaber es verlangt, sollte dem Versprechen nachgekommen werden. Die Refundirnng der Nationalschnld zu einem niedrigerm Zinsfuß sollte ermöglicht werden, ohne zur Zurückziehung der Nationalbank-Noten zn führen und so die Geschäfte des Landes zn stören. Ich erlaube mir, ans die Stellung hinzuweisen, welche ich während meiner langjährigen Dienste im Cvunresse iu finanziellen Fragen eingenommen habe, nnd zn erklären, daß Zeit nnd Erfahrnng die Ansichten bestärkten, welche ich iu dieser Beziehung so oft ausgesprochen. So weit ich es verhindern kann, sollen während meiner Administration die Finanzen der Regierung keinen Schaden erleiden." Ans diesen Worten geht deutlich hervor, daß Präsident Garfield nicht gesonnen ist, dein Silber- uud Papiergeldschwindel Vorschub zu leisten, sondern die gesunde Finanzpolitik seines Vorgängers zu befolgen.
Nach Erledigung der Finmizfrage gab Garfield in kurzen Worten seine Ansichten über die Hebung und Förderung der Agricnltur, der Industrie und des Handels kund. Mit Bezug auf den interoccanischen Ccinal erklärte er: „Die Entwicklung des Welthandels hat die Abkürzung des ungeheuern Seeweges nin das Cap Horu herum durch den Bau von Schiffscanälen oder Eisenbahnen über deu Jsthinns, der beide Continente verbindet, zn einem dringenden Bedürfniß gemacht. Es liegen zu diesem Zwecke verschiedne Pläne vor, deren Berathung nöthig ist; noch ist aber keiner davon so weit znr Reife gediehen, um eine pceuuiäre Unterstützung durch die Vereinigten Staaten zn rechtfertigen. Der Gegenstand wird übrigens die Anfmerksamkeit der Regierung sehr bald in Anspruch nehmen, und zwar im Sinne des Schutzes der amerikanischen Interessen. Wir befürworten keine engherzige Politik und beanspruchen keine besonderen oder cxclusiven Privilegien auf irgcud eiuer Handelsstraße, aber wie mein Vorgänger erachte ich es für das Recht uud die Pflicht der Vereinigten Staaten, über jeden interoceanischen Kanal durch deu Jsthmns, der Nord- nnd Südamerika verbindet, eine solche maßgebende Obemnfsicht (suon supervision «mcl MtlwrilF) geltend zu machen nnd zn behaupten, wie sie zum Schutze unsrer nationalen Interessen nöthig ist."
Wie Garfield sich in der Finanzfrage und in Bezug auf deu interoeeanischeu Caual der Politik des Präsidenten Hayes anschloß, so that er dies auch hinsichtlich der Mormouenfrage. Nach seinem Ermessen sollte der Congrcß, während er jede religiöse Ueberzeugung und Neigung gewissenhaft zu achten hat, innerhalb feiner Jurisdiction alle verbrecherischem Haudluugeu verbiete», namentlich solche, welche die Grundlage des Familienlebens zerstören nnd die gesellschaftliche Ordnung gefährden. Keiner kirchlichen Organisation (eeelotiiÄ«tie-lI orMMWtivu) dürfe es gestattet sein, „uur im mindesten sich die Fnnctioncn nnd Machtbefugnisse der Nativnal-Regierung anzumaßen."