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Bertuchs Briefe an Gleim,
Bestrebungen, in denen er selbständig einzugreifen hatte, sind mißlungen, nicht durch seine Schuld, sondern infolge der traurigen Verhältnisse, in denen seine schwache, haltungslose Regierung zu den übrigen Mächten stand. Und seine Laufbahn, die so glänzend begann, hat einen mühsam sich fortschleppenden, zeitweise völlig untcrbrochnen Fortgang genommen. Nur in einer Hinsicht zeigt seine Entwicklung ein stetiges Wachsthum. Sein innrer Mensch ist fortgeschritten von Jahr zu Jahr, auf dem Grunde echter Frömmigkeit reifend und sich vertiefend.
Aönigsberg i. pr. H. Jacoby.
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Bertuchs Briefe an Gleim.
Zur Geschichte des Weimarer Hofes beim Regierungsantritte Larl Augusts. Mitgetheilt von Heinrich Pröhle. (Schluß.)
6. Bertnch an Gleim. Weimar, den 14. April 1775.
lieber, Theurer Vater Gleim, das war ein hartes Fleck für mich, das vom Anfange des Jänners bis itzt. Die Teufels mechanischen Arbeiten, die alle wie Mecreswogen über mich auf einmal hereinstürzten, hätten fast mein bißchen Geist und Seele erstickt und ersäuft, nur über mein warmes Herz konnten sie nicht Herr werden. Dieß liebte Sie, Theuerster Gleim, unter alle dem Gewühl, so inbrünstig fort als jemals, ohngcachtet mein Kopf, mein armer wüster Kopf keilten Brief an Sie gebcihren konnte, womit jenes zufrieden gewesen wäre. Gott sey Dank, nun ist's meistens vorbey, ich springe mit Jubel herans, schüttele meine strnppichten Schwingen mit Gefühl von Wohlbehagen ans, und fliege zu Ihnen, zn Ihnen Theuerster Mann, mit unserm Wieland, in Ihre Arme und hohle mir Seele wieder. Himmel, welch' ein Gedanke, den May bei Ihnen genießen! Ich fühle, er zieht mein fast ganz abgelaufenes Uhrwerk wieder auf; alle Federn würken stärker, alle Räder und Rädcrchen spielen leichter. O Liebster, wie wollen wir uns freuen, uus genießen nnd mit Gleminde und unsern lieben Wieland's Wannetage leben. Aber bester Gleim, eher als den 10. May ist's schlechterdings uninöglich, daß wir von hier abreisen. Zwey Ursachen sind's, die uns hier aufhalten, erstens gewinnt dadurch unsre liebe Wielandin, die sich noch immer nicht von ihrem letzten gefährlichen Zufalle erhohlen kann, noch etwas mehr Kräfte zur Reise, und zwcytens müssen wir uns nothwendig erst den Mny des Merkur vom Halse schaffen, daß wir rnhiger bey Ihnen seyen. Der Gedanke, daß zu Hause nicht alles besorgt