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Kriegsführung im Mittelalter. 2.
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Kriegführung im Mittelalter.

2.

Vorbereitungen zur Schlacht. Aufstellung des Heeres. Angriff. Kampf und Sieg. Verwundete, Aerzte und Ge­fangne. ..... Beute und Bestattung der Gefallenen. Sieges­male und Kriegsgerichte.

igenthümlich ist der hin und wieder vorkommende Brauch der mittel­alterlichen Fürsten und Feldherren, Schlachten wie große Dnelle anzusehen und deshalb Ort und Zeit des Kampfes mit dem Feinde zu verabreden. Nahte dann der Schlachttag, so herrschte in beiden Heeren die größte Rührigkeit.Die Rüstungen wurden blank geputzt, der Rost wurde von deu Helmen gewischt, man schliff Schwerter und Dolche und befestigte, falls es nöthig, die Riemen der Schilde. Die Schleudrer besserteu ihre Schleudern aus und gössen Bleikugeln, die Bogen­schützen füllten ihre Köcher mit Pfeilen."

Unterdeß entwarf der Feldherr mit seinen Rathgebern den Schlachtplan, wobei es mancherlei zn erwägen gab.Der König, die Fürsten, der Heerführer müssen," sagt der im vorigen Abschnitte bereits eitirte kriegskundige Cardinal Aegidius Colonna,ehe sie eine offene Schlacht wagen, zunächst sechs Punkte ins Auge fassen: auf welcher Seite mehr Soldaten sind, ferner, welche geübter, welche stärker im Ertragen von Strapazen, welche körperlich härter, welche an­stelliger, endlich, welche kühner und von Natur mannhafter sind. Dann wird der vorsichtige Anführer, je nachdem er sieht, daß sein Heer an jenen Eigen­schaften Ueberfluß oder Mangel hat, die Schlacht beschleunigen oder verschieben, offen oder durch Kriegslisten und heimlich Krieg führen ... Sodann aber sind noch sechs Punkte zu überlegen: erstens, aus welcher Seite mehr und bessere Pferde sind, zweitens, ans welcher man bessere Bogenschützen hat und überhaupt besser bewaffnet ist, drittens, wo mehr Lebensmittel vorhanden sind; denn manch­mal kommt es gar nicht zum Fechten, sondern die Gegner ziehen sich wegen Maugels au Proviant und Futter zurück und dürfen sogar wegen dieser Noth keine Zeit damit verlieren. Viertens ist der Ort der Schlacht zu beachten: wer auf höherein und sonst vortheilhafterem Terrain steht. Fünftens muß auch die Zeit bedacht werden: ob zur Zeit des Kampfes die Sonne den eignen Leuten oder den Feinden gegenübersteht, ob ein Wind der eignen Truppe oder dem