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Die Hauptströmungen in der bildenden Kunst der Gegenwart : 10. Die Malerei in München : Franz Adam und die Seinigen : Wilhelm Lindenschmit.
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volle Arbeit, die uns wieder besseres von der Zukunft des geistvollen Künstlers hoffen läßt.

Berlin. Adolf Rosenverg.

Literatur.

Aus dem amerikanischen Dichterwald. Literarhistorische Skizzen von Rud. Doehn. Leipzig. Otto Wiegcmd, 1881.

Auf die einmal von dem französischen Geschichtschreiber Raynal gethane ge­ringschätzige Aeußerung, Amerika habe noch kein einziges Genie hervorgebracht, er­wiederte der nachmalige dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Thomas Jefferson:Wenn wir so lange als Volk existiert haben werden wie die Griechen, als sie einen Homer, die Römer, als sie einen Vergil, die Engländer, als sie einen Shakespeare und Milton erzeugte», so wollen wir, wenn dieser Vorwurf dann noch wahr sein sollte, nach den unfreundlichen Umständen forschen, die es ver­schuldeten, daß die Länder Europas und der übrigen Erdtheile keinen unsrer Namen in die Liste der Dichter eingetragen haben." Seitdem sind noch nicht hundert Jahre vergangen; inzwischen aber hat das amerikanische Volk nicht nur vieles Große und Erstaunliche in politischer, socialer und industrieller Hinsicht geleistet, es hat auch Schriftsteller, Dichter und Künstler hervorgebracht, welche seinem Namen auch in der Alten Welt Achtung und Ansehen erworben haben. Was insbesondere die Literatur und hier wiederum die poetische Literatur Amerikas anlangt, so ist die Zeit vorüber, wo sie noch in den Kinderschuhen stak; nicht bloß stark gelockert, son­dern vielfach ganz abgestreift hat sie die Bande der geistigen Abhängigkeit von englischen Mustern, und so wächst auch seit einiger Zeit in Europa, namentlich aus naheliegenden Gründen in Deutschland, das Interesse fi'ir amerikanische Dichtungen. Das oben genannte Buch ist daher eine sehr dankenswerthe Arbeit. Der Herausgeber ist durch seine Schrift überdie politischen Parteien in den Ver­einigten Staaten von Amerika" (Leipzig, 1868) und seine publicistische Thätigkeit über das staatliche Leben der Union bekannt, er hat während eines nahezu zwölf­jährigen Aufenthalts in Nordamerika hinreichende Gelegenheit gehabt, mit den trans­atlantischen Verhältnissen nnd der dortigen Literatur sich vertraut zu machen. Wie schon der Titel besagt, wollte Doehn kein umfassendes, den ganzen Entwicklungsgang der nordamerikanischen Poesie systematisch darstellendes Werk bieten, sondern nur das Verständniß und die Theilnahme für dieselbe im deutschen Publicum verbreiten und mehren helfen. Bis jetzt ist aber bei uns kein anderes Buch erschienen, das, wie das seine, einen solchen Gesammtüberblick über die poetische Literatur der Nord­amerikaner gewährte und so eingehend ihre Hauptvertreter behandelte; insbesondere ergänzt es Hopps Streifzüge in das Leben und die Literatur der Amerikaner, welche vor drei Jahren unter dem TitelUnter dem Sternenbanner" erschienen, in will­kommenster Weise. Den Grund zu seiner Schrift legte Doehn mit einer Serie von Artikeln, welche vor einigen Jahren in der Brockhausschen RevueUnsere Zeit" zum Abdruck gelangteu. Diese Artikel sind von ihm mit großer Sorgfalt überarbeitet, erweitert, bis auf die neueste Zeit fortgeführt und zu einem Ganzen verbunden worden. Die Monographie Jngrams über Edgar A. Poe, denamerikanischen Hyperromantiker", dem Doehn eine sehr ausführliche Besprechung widmet, konnte er für den Text nicht mehr benutzen, da sie erst während des Drucks seines Buches