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Politische Briefe : 18. Die Dombaufeier in Köln.
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Streben der irdischen Kraft nnd Durchbildung uach jenem unerreichbaren Ueber­irdischen. Die Reformation hat nichts gethan, als das Streben der Seele über ihr irdisches Daseiu hiuans in ihre eigene moralische Nervollkommuuug zu ver­legen, deren Ergänzung aber immerdar jenes Ueberirdische bleibt, das als Gnade dem wahrhaft und reiu strebenden Willen sich darbietet. Der Katholicismus aber will das Ueberirdische auf Erden sein, er hält die Gnade in seiner Hmid nnd theilt sie aus. In das irdische Abbild des Göttlichen, in die Kirche soll die Seele sich versenken und aus ihr, nicht ans der unsichtbaren Himmelsgewalt, die Gnade schöpfen durch Unterwerfung nnd momentane Zerknirschung, nicht dnrch lauteres Streben ohne Unterlaß.

So liegt eine tiefe Symbolik auch iu dem Vorgauge, daß die Ultramou- taueu die Vollendung des Kölner Domes nicht mitgefeiert haben. Die Abwe­senheit ihres Erzbischofs gab deu äußeren Anlaß, aber der Ultramvutauismus ahnt, daß er in dem Kvluer Dom keinen Zeugen seines Strebens hat. Die kommenden Jahrhunderte werden richten, ob der Kölner Dom, der Zeuge des deutscheu Glaubens und des Reiches, das von diesem Glanben ins Leben ge­rufen, dauerhafter sein wird, dauerhafter im Sammeln der Geister, oder die Peterskirche, ob die Zukunft Europas dem Läuterungsstrebeu der Rationell oder der Ergebung in den ewig fertigen Universalstaat der römischen Kirche gehört.

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Literatur.

Zur politischen Geschichte Islands. Gesammelte Aufsätze von Konrad Maurer. Leipzig, B. Schlicke, 1880.

Island ist ein in mehrfacher Beziehung interessantes Land. Bedeutsam vor allem ist das Studium seiner Literatur, zumal der aus der älteren Zeit, die namentlich deshalb werthvvll ist, weil sie uns Zeugniß über die eigenartige Cnltnr der nordischen Borzeit ablegt. In hohem Grade anziehend und lehr­reich ist aber auch die Verfolgung seiner eigenthümlichen staatlichen und recht­lichen Entwicklung.

Ursprünglich höchst wahrscheinlich unbewohnt, wnrde Island zuerst gegen Ende des 8. Jahrhuuderts vou irischen Mönchen besucht. Diese zogen aber, als heidnische Colonisten in größerer Zahl sich ans der Insel niederzulassen anfingen, wieder fort, um die störende Berührung mit diesen zn meiden. Seit 874 nämlich, zu der Zeit, wo sich Harald der Schönhaarige der Alleinherrschaft über Norwegen bemächtigte, wandten sich uach der Insel helle Haufen skandi­navischer Männer, vorwiegend Norweger, zum guten Theil die höchste Aristo­kratie des Landes, die mit der Neuerung der Dinge uuzufriedeu war. Nicht