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Die türkisch-montenegrinische Frage
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Die türkisch-montenegrinische Frage

ist als gelöst zu betrachten. Die Pforte hat in letzter Stunde der Pression der Mächte nachgegeben und sich zu unbedingter Abtretung der Stadt und des Districts von Dulcigno bereit erklärt, anch Riza Pascha angewiesen, die Ueber­gabe derselben an die Montenegriner friedlich und ohne Verzug zu bewerkstel- ligeu- Es kommt also nur noch darauf an, ob die Albcmesen sich fügen wollen.

Ueber die Art, wie die Pforte bei der Sache verfahren, wird berichtet, daß Assiin Pascha am Sonnabend, den 9. October, den Botschaftern der Mächte in Konstantinvpel die Mittheiluug machte, der Sultan sei (zweifelsohne in Folge des üblen Eindrucks, den die letzte türkische Note allenthalben Hervorgerufe») entschlossen, Dulcigno ohne Bedingung zu übergeben. Indeß suchte er dabei die Botschafter zu bewegen, ihm das Versprechen zu geben, daß die Flotteudemon- strativn nunmehr aufgegeben werden solle. Als er aus den Unterredungen mit dem deutschen und dem frauzösischen Botschafter die Hoffuung schöpfen zn können meinte, die Demonstration werde in der That nicht fortgesetzt werden, falls die Pforte ihre Mittheilung wahr mache, bat er um eine Note, in welcher die Nän- ninng Duleignos gegen Verzicht auf die Fortsetzung der Flottenknndgcbung be­gehrt würde. Die Botschafter lehnten dies zwar ab und wahrten den Mächten die Freiheit der Action, indeß ließen Graf Hatzfeldt und Tissot die Andeutung fallen, daß man gegen die Türkei nicht aggressiv vorgehen werde, wenn sie Dulcigno ausliefere, und am Montage erfolgten auch von den Vertretern an­derer Mächte Versicherungen in diesem Sinne. Daraufhin beschloß der Minister­rath, Dulcigno sofort dnrch den dort befehligenden türkischen General übergeben und letzteren mit dem Fürsten Nikita eine Convention zur Regelung der Einzeln­heiten abschließen zu lassen. Dieser Beschluß wurde in einer Note ausgeprägt, die der Snltan unterzeichnete, und die am 12. October früh den Botschaftern übersandt wurde, welche sie sogleich ihreu Regierungen telegraphierten.

Inzwischen waren den Mächten des Continents die Vorschläge Englands zugegangen, welche die vorletzte türkische Note hervorgerufen hatte. Diese Vor­schläge haben nicht die gewaltsame Natur, die man ihnen anfangs zuschrieb; sie empfehlen, auf die Note der Pforte vom 5. October nicht einzugehen, ihr die schließlichen Folgen ihrer Haltung eindringlich vorzustellen uud an ihre Ein­sicht zn appellieren, damit sie die Entschlüsse, die sie gefaßt, noch einmal erwäge; andererseits deuten sie deu Mächte» an, daß man als ferneres Druckmittel die Beschlagnahme der Zolleinnahmen Smyrnas ins Ange fassen könnte. Rußland und Italien sind, wie dieTimes" wissen wollten, diesen Vorschlägen im Prin-