liehen Wegen keine Esel gebrauchten? Der Mann antwortete in allem Ernst, daß die Weiber wohlfeiler wären. Derselbe Bonstetten berichtet an einer andern Stelle, wie ihm einmal bei Locarno, als er beim Dunkelwerden in den Felsen und rollenden Steinen den Weg nicht habe finden können, ein junges schwangeres Weib die Hand gegeben, vor ihm hergesprungen sei und ihm ihr Leid erzählt habe. Als sie empfand, daß er Mitleid mit ihr habe, verdoppelte sie ihren Eifer, um ihm über die steilen Felsen zu helfen. Bei der Trennung sagte sie: Ho niviits rwl monclo elis 1a uri» xovsrs, xsng,! „Die Wahrheit", fügt Bonstetten hinzu, „daß so viele Menschen kein anderes Eigenthum haben, als ihre armselige Mühe, blitzte schrecklich durch meine Seele." Diese aufopferungsvollen Geschöpfe müssen in allen Formen des privaten und öffentlichen Lebens vor dem Manne zurücktreten, selbst in der Kirche befinden sich die Sitze der Frauen hinter denen der Männer. In der einen Kirche hatten sogar nur die Männer Bänke, die Frauen kauerten hinter ihnen am Boden. Und als Osenbrüggen, der in den letzten Jahren die Landschaft bereiste, darüber erstaunt war, gab man ihm die Erklärung, die Zahl der Franen sei zu groß, als daß für sie Bänke augebracht werden könnten. Die körperliche Arbeit aber, welche dem Manne Erhalterin und Mehrerin der Kraft ist, bedeutend für bie Frau Zerstörung der Schönheit und Anmuth. Uud wir dürfen es unserem Gewährsmann wohl glauben, wenn er sagt, daß an den Tessischen Frauen oft der Name das Schönste sei; sie heißen meist 1». "Im'ööinÄ, 1a Z?rg,iieikttÄ, 1a Corinna, lg, ?almüa., Is, LiAnoa, —, eine Zierde, welche ihnen zu nehmen der harte Herr der Schöpfung noch keine Veranlassung hatte.
Zur Reform der Ginjährig-Freiwilligen-Prüfung.
Wenn ein Instrument gut gewirkt hat, so denkt man nicht leicht an die Verbesserung desselben, und noch weniger findet ein Vorschlag zu einer Verbesserung gute Aufnahme. Die Intelligenz der deutschen Truppen, nicht bloß die kriegskünstlerische, sondern der überlegene Bildungsgrad der Mannschaft selbst, hat anerkanntermaßen viel zu den letzten Siegen der deutschen Massen beigetragen, uud wenn auch das Diktum, der „deutsche Schulmeister" habe die Siege errungen, nur halb wahr ist, so ist doch in mehreren Beziehungen das eine wahr: Die todverachtende Begeisterung und die findige Gewandheit der Mannschaft werden den deutschen, nicht bloß den vrenßischen, Schulen verdankt.