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Annette von Droste-Hülshoff.
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Feiud desselben eine lebhafte Theilnahme zn empfinden; eine Objectivität, in der wir die Vielseitigkeit ihres Gemüthslebens erkennen.

Bevor wir uns der Beurtheilung der Gedichte Annettes von Droste unter­ziehen, berühren wir noch mit wenigen Worten ihre einzige in Prosa verfaßte Erzählung:Die Judenbuche". Sie ist ein Sittengemälde aus dem vorigen Jahr­hundert, ihr Schauplatz das Paderbornsche Gebiet. Wie in einer sittlich ver­kommenen Umgebung die Entwicklung des Einzelnen gefährdet ist, wie die Schuld des Ganzen ihn verstrickt und niederzieht^ seine Widerstandskraft lahmt und bricht, wie sie endlich ihn in den Abgrnnd stürzt, das ist uns hier in krimina­listischem Nahmen ergreifend geschildert. Wir charakterisiren die Absicht der Dichtung mit dem Motto, das sie einleitet:

Wo ist die Hand so zart, daß ohne Irren Sie sondern mag beschränkten Hirnes Wirren, So fest, daß ohne Zittern sie den Stein Mag schleudern auf ein arm verkümmert Sein? Wer wagt es, eitlen Blutes Drang zu messen, Zu wägen jedes Wort, das unvergessen In junge Brust die zähen Wurzeln trieb, Des Borurtheils geheimen Seelendieb? Du Glücklicher, geboren und gehegt Im lichten Raum, von frommer Hand gepflegt, Leg' hin die Wagschal', nimmer dir erlaubt! Laß ruh'n den Stein er trifft dein eignes Haupt! (Schluß folgt.)

Kr die Armen und wider die Bettelei.

Es ist erfreulich, daß neuerdings immer allgemeiner die Verderblichkeit der hergebrachten Armenbehandlung erkannt und, wenn auch nicht überall mit den geeignetsten Mitteln, auf eine wirksame Unterstützungsthätigkeit hingearbeitet wird. Die Vereine gegen Verarmung, gegen Hans-, Straßen-, Wanderbettelei und Landstreicherei mehren sich täglich. Angesichts des zur Zeit noch immer nicht ganz erstarkten Arbeitsmarktes haben wir in der That dringend Ursache, nicht Polizisten und Gensdcirmen allein die Ermittlung zu überlassen, ob der fechtende Handwerksbursch ein Strolch ist, oder ob er zu den beklagenswerthen Ueberschußhänden gehört, denen es weder an Lust noch an Fähigkeit zur Arbeit mangelt und deren sich die Gesellschaft bis auf bessere Zeiten durchaus annehmen muß, damit sie nicht zu Grunde gehen. Eben weil die der Hilfe wahrhaft be-