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Musikalische Schattenbilder : 2. Unsere Conservatorien.
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maßgebenden Factoren unmöglich, es würde vielfach an den Mitteln zum Engagement der nöthigen Lehrkräfte fehlen. Warum wir aber nicht wenigstens ein paar solche Schulen haben, ist in der That nicht einzusehen. Ein Haupt­grund liegt vielleicht in der großen Altersverschiedenheit derer, die sich der Musik widmen, allein diese würde zum guten Theile verschwinden, wenn solche Anstalten existirten, auf welche die Eltern ihre Kinder schicken könnten, ohne die Befürchtung, daß ihre allgemeine Ausbildung völlig ins Stocken geriethe. Kleinere Institute würden als Vorschulen, besonders reich dotirte als Hochschulen der Musik auf­treten können. Die Prüfungen einer solchen Anstalt dürften dann aber nicht wie heute Paradevorführungen zu Reclamezwecken sein, bei denen es vorkommt, daß wie es z. B. an dem öfter erwähnten Musterinstitute Jahre lang und noch im vorigen Jahre geschehen ist einClavierpädagog" der Anstalt selbst (!) unter irreleitender Chiffre lobhudelnde Recensionen über die Schüler der Anstalt und natürlich vor allem über seine eigenen Schüler in die Tagesblätter schreibt, sondern diese Prüfungen müßten die Leistungsfähigkeit jedes Schülers bloß­stellen. Referate über Schülerleistungen in der Presse müßten, als grober Unfug, durchaus verbeten und verhindert werden. Das bestandene Abiturienten­examen aber würde einen erheblichen Fonds musikalischen Könnens und Wissens und zugleich eine achtunggebietende allgemeine Bildung bedeuten.

Werden wir je solche musikalische Fachschulen haben? Vielleicht im nächsten Jahrhundert. Im laufenden find wir zu verwöhnt durch die musikalische Schnellpresse. Steckt man heute auf der einen Seite einen Bauerjungen mit geraden Fingern und gesunden Ohren hinein, so muß ja übers Jahr auf der anderen der fertige Komponist oder Virtuose herauskommen.

Die deutsch-österreichischen Gisenbahntarife.

Als im Herbst vorigen Jahres die Abmachungen des deutsch-österreichischen Bündnisses bekannt wurden, war es besonders eine, welche die Aufmerksamkeit der beiden betheiligten Völker auf sich zog: die, daß die verbündeten Staaten auch in wirthschaftlicher Beziehung eine Allianz eingehen und in den Zoll- und Eisenbahn-Tarifen sich gegenseitig die weitestgehenden Begünstigungen gewähren wollten. Mit Recht wurde dieser die Wirtschaftspolitik betreffenden Verein­barung keine geringere Wichtigkeit als dem politischen Bündniß beigemessen. Ueberwiegt für den Augenblick auch die Wichtigkeit des letzteren, so ist doch das wirthschasts-politische Bündniß für die Zukunft und gerade für die dauernde Sicherung der politische!: Allianz von höchster Bedeutung. Nein politische Bündnisse können wechseln mit dem politischen System, welches sie geschaffen hat, oder mit den maßgebenden Personen, welche die Träger derselben sind;