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Die Hauptströmungen in der bildenden Kunst der Gegenwart : 6. Pilotys Schule: Franz Defregger. Matthias Schmid. Alois Gabl.
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Einsegnung des Brautbetts" mit Schmid auf einem anderen Gebiete rivalisirte. Seine Herbheit kann mit der liebenswürdigen Auffassung Schmids nicht Wett­eifer::. Sie war wieder völlig am Orte in dem Streite der Schützen um den besten Schluß, denHochwürden als Schiedsrichter" schlichten soll. Während die Bauern einander fast in die Haare gerathen, putzt der ehrwürdige Pfarrer erst in aller Gemüthsruhe die Brille, bevor er die Scheibe mit den darin steckenden Bolzen einer genauen Prüfung unterzieht, welche durch einen Zirkel noch unterstützt werden soll. Die kraftvolle Pinselführung, die in den Local- tönen genügende Tiefe erreicht, ohne jedoch stets der Buntheit auszuweichen, unterstützt die Wirkung des trefflichen Bildes, welches bis jetzt als das Meister­werk Gabls zu betrachte:: ist.

Berlin. Adolf Rosenberg.

Beiträge zur Beurtheilung der Iudenfrage.

7. Die polnischen Juden nochmals.

Der Sabbath des polnischen Talmudjuden ist ein ganz anderer als der, welchen sein reformirter Glaubensgenosse in Deutschland feiert. Am Freitag gegeu Abend werden alle jüdischen Geschäftslocale geschlossen, wozu der durch die Straßen eilende Synagogendiener mit dem Rufe:Schabbes! In Schul' rein!" auffordert. Wer irgend kann, sucht ein Bad auf und begiebt sich dann in die Synagoge zum Abendgottesdienste, mit dem bei allen Jsraeliten bekanntlich der Sabbath beginnt.

In den nächsten vierundzwanzig Stunden darf keinerlei Arbeit vorgenommen werden, und nach dem Talmud sind für diese Zeit auch eine Menge Dinge ver­boten, die wir nicht als Arbeit betrachten. Man darf sich, wenn man dagegen nicht sündigen will, nicht auskämmen, sich nicht mit Seife waschen, die Kleider nicht abbürsten und die Schuhe nicht putzen. Ein schweres Vergehen wäre es, den Ofen zu heizen; Speisen oder sonst etwas zu kochen, ist erst recht untersagt. Selbst die Berührung eines Lichtes oder eines Streichhölzchens ist streng verpönt, des­gleichen das Tabakrauchen. Sündhaft ist es, zu schreiben, etwas zu zerreißen oder aufzubrechen, sogar das Oeffnen eines Briefes ist unstatthaft. Dagegen ist das Zerschneiden und Zerbrechen von Speisen und das Entkorken von Flasche:: mit Ge­tränken erlaubt. Ferner wird ein Frommer an: Sabbath in keinem Falle Geld anrühren, wenigstens nicht mit der bloßen Hand. Findet er etwa ein Geldstück auf der Straße, so hebt er es mit dem Rockzipfel oder einem Tuche auf und trägt es nach Hause, wobei er strenggenommen doch auch Unrecht thut, mindestens nicht