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wegsagen: Nähme die liberale Partei wie in der wirthschaftlichen, so auch hier in der kirchlichen Frage eine Stellung ein, die den Anschauungen des Volkes, seinen Bedürfnissen und Wünschen entgegengesetzt wäre, dann würde ihr maßgebender Einfluß als gebrochen anzusehen sein und sie das an sich jetzt schon stark erschütterte Vertrauen der Bevölkerung vollends verlieren. Die liberale Partei hat alle Ursache, zu zeigen, daß anch sie noch etwas praktischen Sinn und politische Weisheit sich gewahrt hat; die Gelegenheit dazu ist jetzt gegeben. Fällt die Vorlage, so fällt wahrscheinlich anch die Kammer, und daß eine Neu- Wahl vielmehr der Regierung als der liberalen Mehrheit Recht geben würde, glauben wir mit ziemlicher Gewißheit voraussagen zu können. Karlsruhe, den 19. Januar.
politische Briefe.
2. Die preußische verwaltungsreform. Vorgeschichte.
Das Werk der preußischeu Verwaltungsreform, mitten im Bau begriffen wie es ist, hat eiue Geschichte, die man sich immer wieder zurückrufen muß, um mit dem richtigen Verständniß die Weiterarbeit zu verfolgen, und eine Vorgeschichte, die man kennen muß, um die Geschichte des bisherigen Baues zu verstehen.
Das Wort Selbstverwaltung war schon bei dem vormürzlichen Liberalis- mns beliebt, der am liebsten den englischen Ausdruck gebrauchte. Schon vor den Märztagen glaubte der deutsche Liberalismus auf den französischen herabsehen zu dürfen, weil er sich die wundervolle Idee des ssItAovsrumsQt angeeignet hatte. Auf seine Gelehrsamkeit ist der deutsche Liberalismus immer stolz gewesen, während er Ursache gehabt hätte, sich seiner Confusion zu schämen, und darin hat sich leider bis auf den heutigen Tag nichts gebessert. Unter ssll- ^ovA'iiiQSQt nämlich dachte man sich die locale Volkssouveränetcit, aber gleichzeitig schwärmte man für die nationale Idee, d. h. für die centrale Volkssou- veränetät. Solche Confusion gelingt freilich der französischen Logik nicht; dort hat man sich unter Freiheit, unter Selbstverwaltung, immer nur die centrale Volkssouveränetät gedacht, und nicht ohne von der französischen Folgerichtigkeit einen iinponirenden Eindruck zu empfangen, kann man die jüngsten Nummern von Gambettas RüMkliaus tiM^ise lesen, worin sie von dem uncmfgeblichen Begriff der Centralsouveränetüt aus unbarmherzig spottet über Arrondissements- wahlen, über Freiheit des Unterrichts und allerlei Aehuliches. In Deutschland