Beitrag 
Die Marienlegende.
Seite
558
Einzelbild herunterladen
 

wieder und hieß ihn die Palme aus Jvhannis Händen nehmen nnd die Menge damit berühren. Da genaßen sie alle, bis auf fünf, die waren ungläubig und wurden von dem Tode getroffen. Als aber die Apostel an das Grab kamen, das in einen Stein gehanen war, setzten sie den Leichnam hinein und wachten dabei zwei Tage und zwei Nächte. Am dritten Tage aber kam Jesus wieder und ließ den Stein vom Grabe wälzen und befahl, dem Leibe die Seele zurück­zugeben. Da erhob sich die Jungfrau, dankte ihm und stieg mit ihm zum Himmel empor, und die himmlischen Heerschacireu kam ihnen mit Lobgesängen entgegen. Wie aber die Apostel noch am Grabe standen und der Jungfrau nachschauten, da kam Thomas, der nicht mit bei der Bestattung gewesen, und alle wunderten sich ob seiner Versäumniß. Da erzählte er, daß er vom Berge Sion alles mit angesehen und angehört; zum Zeichen aber, daß die Jungfrau wahrhaftig gen Himmel gefahren, hatte sie ihm den Gürtel ihres Leichenkleides herabfallen lassen. Da priesen ihn alle glücklich und kehrten heim von dem Grabe und zogen wieder aus in alle Welt, das Evangelium zu predigen.

Maria aber wurde von den Engclschvren des Himmels mit Jubel empfangen, und nachdem sie Joachim und Anna, ihre lieben Eltern, und Joseph, ihren Gemahl, mit Freuden begrüßt, ward sie mit Tanz und Singen zn Gottes Throne geleitet. Und Gott nahm sie liebevoll auf, und sie mußte sich zu seiner Linken setzen, dort krönte sie Jesus zur Himmelskönigin, und der heilige Geist versprach ihre Fürbitten allezeit zu erhöreu.

Literatur.

Kulturgeschichte des siebzehnten Jahrhunderts vvn Karl Grün. Erster Band. Leipzig, I. A. Barth, 18«0.

Wir müssen uns vorbehalten, aus das Buch, welches des VerfassersKultur­geschichte des sechzehnten Jahrhunderts" fortzusetzen bestimmt ist, ausführlicher zurückzukommen, weun der für die Ostermesse iu 'Aussicht gestellte zweite Baud und damit das Ganze vorliegt. Wir werden dann auch sagen können, ob es eine eigentliche Kulturgeschichte oder nur eine Reihe von Abhandlungen über kulturgeschichtliche und andere Vorgänge in dem genannten Säkulum ist. Für jetzt begnügen wir uns, zu bemerken, daß der erste Band unter dem TitelDrei große Sterne am Horizont des Jahrhunderts" Charakteristiken von Shakespeare, Kepler und Amos Cvmenius gibt, dann unter der UeberschriftDer christliche Bürgerkrieg" den dreißigjährigen Krieg und seine Folgen für Deutschland schildert, hierauf zu Frankreich unter Richelieu und Mazariu sowie zu einem Blick auf Blaise Pascal übergeht uud schließlich iu sehr ausführlicher Weise (auf 177