sehen, wo Java, wie die ?aU NaU daMtw verräth, „eine sehr wünschenswerthe Kolonie" — wünschenswert!) natürlich auch für England — ist und die andern Inseln, wie Java organisirt und verwaltet, mit diesem ein stattliches Reich bilden würden, welches den ganzen Ocean im Süden von Singapur und Kvchinchina beherrschen könnte.
Wir glauben nicht, daß diese Befürchtungen, die uns Deutschen selbstverständlich als lächerliche Hallucinationen erscheinen müssen, lediglich dem kranken Gehirn eines einzelnen Engländers entstiegen, sondern daß sie weitverbreitete Gespenster sind, und insofern geben anch sie zn denken. Man fürchtet auch von uns für das englische Imperium in einer mehr oder minder nahen Zukunft Beeinträchtigung. Man erblickt überall Feinde, aber nur weil man mit seiner imperialen Politik, seinem neidischen, begehrlichen Egoismus selbst der Feind aller Welt ist.
Z)er letzte LrzKanzler des alten deutschen Aeichs.*)
Von Otto Kaemmel. (Schluß.)
Kann Dalbergs ganzes Verfahren in seinem Verhältniß zu Frankreich uud dem Rheinbunde nur als der Ausfluß politischer Charakter- und Urtheilslosig- keit gelten, so verdient doch die Art, wie er persönlich für die Mitglieder der 1806 aufgelösten Reichsbehörden sorgte und eintrat, hohe Anerkennung. Er selbst versprach schon am 30. Juli 1806 dem Reichskammergericht, den jetzigen Kanzleipersouen ihren bisherigen Gehalt als Pension zn zahlen und die auf seine Lande fallenden „Kammerzieler", so lange dies erforderlich sei, zu leiste»; er bemühte sich auch bei anderen Höfen in dieser Richtung und zwar mit gutem Erfolg. So wurde in Wetzlar eine „Sustentationskasse" errichtet, und die Pensionsempfänger wurden in vier Klassen geordnet. Die Beamten des Reichshofraths übernahm auf seine Bitte Oesterreich. Auf verwandtem Gebiete bewegen sich seine Bemühungen um die Regulirung der Kreisschulden schon seit 1803, der sich freilich bei den fortwährenden Gebietsveränderungen im Rheinbunde sehr erhebliche Schwierigkeiten entgegenstellten.
Karl v. Dalberg und seine Zeit. Zur Biographie und Charakteristik des Fürsten-Primas. Von Karl Freiherrn v. Veaulicu-Marconnay, Weimar, Böhlau, 1879. Zwei Bände.