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Bismarck in Wien.
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deutschen Reiche nicht damit gedient sein könne, wenn der Habsburgischen Monarchie die Lebensadern (im Südosten) unterbunden würden. Dem Interesse, welches Deutschland an dem gesicherten Bestände und der gedeihlichen Ent­wickelung dieser Monarchie hat, und der entschiedenen Weise, in welcher der deutsche Reichskanzler dieses Interesse bethätigte, ist es in erster Linie zu danken, daß dem Kriege zwischen Rußland nnd der Türkei kein Weltkrieg folgte, und daß die Autorität Europas ans der Balkanhalbinsel trotz des entscheidenden Sieges der Russen und trotz der hochfliegenden Pläne das Panslavisten in fried­licher Weise gewahrt wurde.

Die Interessengemeinschaft Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, wie sie auf dem Berliner Kongresse und bei der Durchführung der dort gefaßten Be­schlüsse zu Tage trat, hat aber nicht aufgehört, seitdem letztere zur Wahrheit geworden sind, d. h. sich in Thatsachen verwandelt haben. Deutschland muß seiner Sicherheit halber immer darauf bedacht sein, daß Oesterreich-Ungarn selbst gesichert und stark bleibt, und umgekehrt muß letzteres wünschen und be­strebt sein, daß ersteres ungeschwächt an Kraft und Macht sich weiter entwickeln kann. Beide Staaten aber haben ein gleich großes Interesse daran, ihren fried­lichen Einfluß in den noch schwebenden europäischen Fragen gemeinschaftlich zur Geltung zu bringen, uud in Wien wie in Berlin ist, wie das hier be- sprochne Ereigniß zeigt, der feste Entschluß dazu vorhanden. Daß sich daraus ein förmliches Bündniß zu gegenseitiger Hilfe mit den Waffen entwickeln würde, falls die Umstände es erforderten, ist selbstverständlich; aber immerhin würde es dann nnr eine Defensiv-Allianz sein. Bis jetzt liegt zu einem derartigen Abkommen, so weit wir sehen können, kein ernstlicher Grund vor.

HIarsiglio von Mdua.

Ein Vorkämpfer des Staates gegen die Kirche im 14. Jahrhundert.

Seit alter Zeit gehört die Frage nach dem Verhältniß zwischen der Staats­gewalt und der Kirche zu den schwierigsten Problemen, welche die Wissenschaft zu lösen hat. Jeder Konflikt, in den die Kurie mit irgend einem Staate gerieth, hat beide Parteien veranlaßt, oft in weitschichtigen Streitschriften ihren Stand­punkt zu vertheidigen. Verschwommen und unklar, voll von phantastischen