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Die akademische Kunstausstellung in Berlin. 1.
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verführt hat, in ü^rMti ertappt und in Gegenwart eines Zeugen vor dem Angesichte der ehrvergessenen Frau von dem beleidigten Gatten ermordet. Ein zweites Historienbild, das auf Düsseldorfer Boden erwachsen ist, eine der blutigsten Szenen aus dem Bauernkriege Graf Helfenstein wird durch die Spieße ge­jagt von Fritz Neuhaus, leidet an einer verworrenen Komposition und an einem unharmonischen, bunten Kolorit. Es scheint, als sei die ganze Ge­schichte nur gemalt, um an den phantastisch herausstafsirten Bauern eine mög­lichst umfangreiche Musterkarte mittelalterlicher Kostüme auszuweisen. Ein tieferes Interesse weiß diese fatale Schlächterszene in uns nicht hervorzurufen.

Es scheint demnach, als ständen derVerbindung für historische Kunst" mit der jüngeren Generation unserer Historienmaler, noch traurigere Erfahrungen bevor, als sie bereits mit der älteren gemacht hat.

Berlin. Adolf Rosenberg.

AiXMgeschichten.

Die Nixen des deutschen Volksglaubens sind gleich den Zwergen und den Waldfrauen Spiegelbilder der Phantasie, in denen das dämonische Stillleben der Natur, ihr geheimnißvolles, oft unheimliches und sinnverwirrendes Weben und Walten menschenähnliche Gestalt annimmt. Näher betrachtet, sind sie der Ausdruck der Stimmung, die uns vor einsamen Gewässern überkommt, wenn unsre Seele für die Einwirkung der Natur des Wassers empfänglich ist, und der Gefahren, die das Wasser in seinen Tiefen birgt.

Versetzen wir nns an einen abgelegenen Schilfteich oder einen still hin­strömenden Fluß im Walde. Noch i'sts Heller Tag, aber es will Abend werden. Alles ringsum ist Ruhe. Nur im Laube der Wipfel und im Röhricht am Ufer rauscht es leise. Ein Durchblick zeigt uns die Sonne golden im Spiegel der Wasserfläche, neben ihr die farbigen Bilder des Gestades, Bäume, Ge­sträuche, Gräser, Blumen und Felsen, eine zweite lichte Welt im Wasser. Drunten aber ist es undeutlich, weiterhin nach der Mitte wirr und schwankend, zuletzt dunkel unter seltsamen Gebilden. Die Dämmerung tritt ein. Das volle Licht des Tages weicht dem Halblicht, und das heitere Bild trübt sich. Sein Frieden wird unheimlich. Die Sinnentäuschung beginnt. Wir fühlen unbe­stimmt, daß wir nicht mehr allein sind. Das Rohrflüstert", die Wellen murmeln", in den Strudeln bewegt sichs wie Gewandfalten. Nebel steigen von der Oberfläche auf, die im Mondscheine Gestalt gewinnen. Sie kommen herüber nach der Uferwiese, der Waldlichtung. Wir sehen sie tanzen, hören sie singen, eine Empfindung, halb Wohlgefallen, halb Schauer, wird zuletzt gauz zum Schauer vor den feuchten Frauen, die uns zu winken scheinen. Be­schleunigten Schrittes suchen wir den Heimweg aus der Verblendung und Bethörung.

Oder denken wir uns im Nachen auf einem Fluß oder See. Wir hörten von gefährlichen Strudeln und Stromschnellen, wir sehen plötzlich schwarze