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Der Sturz Khereddin Pascha's.
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eben einladend für ihn, um ihn nach einer Neuanknüpfung feiner hiesigen Be­ziehungen streben zu lassen. Wenn man von Karatheodory Pascha absieht und von der durch den britischen und französischen Botschafter ihm zugewendeten Gnnst, befand sich Khereddin hier in isolirter Stellung und mitten unter Feinden ohne Freund. In Erwiederung auf die Bemerkung eines hiesigen Diplomaten, wie bedauernswerth es doch sei, daß ein von so guten Absichten geleiteter Staatsmann wie Khereddin Pascha gleichwohl von allen Seiten angebellt werde, soll der Sultau, anspielend auf die Eigenart der herrenlosen Stambuler Hunde, keinen fremden Hund in ihrem Bezirk zn dulden, geäußert haben:Er gehörte nicht zu den Hunden der Mahalle." Konstant in opel, Anfang August.

Koetlje und Mse Schönemann.

i.

Vor einigen Monaten ist ein Büchlein überLili", die Jugendgeliebte Goethe's aus seiner letzten Frankfurter Zeit, erschienen: Lilli's Bild geschichtlich entworfen von Graf Ferdinand Eckbrecht v. Dürckheim (Nördlingen, Beck, 1879). Der Verfasser desselben ist der Gemahl einer Enkelin Lili's; im Todesjahre Goethe's hat er die Tochter von Lili's ältestem Sohne geheirathet. Kindliche Pietät hat ihm, wie er selber sagt, die Feder in die Hand gegeben und den Muth verliehen, gestützt auf Familienerinnerungen uud Briefe der Großmutter, dem Bilde, welches Goethe selbst inDichtung und Wahrheit" von der Jugend­geliebten entworfen, ein andres, treueres an die Seite zu stellen.

Die Kritik ist dem Buche bisher, wie uns scheint, nicht ganz gerecht geworden.*) Man hat es eine dilettantische Leistung genannt, die einen gewissen aristokratischen Tie zur Schau trage, und dann das Schlimmste nach Ranke, was einem geschichtlichen Werke nachgesagt werden kann: es enthalte doch eigentlich nichts Neues. Von diesen Urtheilen ist das erste allerdings kaum anzufechten. Der Verfasser ist jedenfalls kein Held der Feder, viel weniger ein wissenschaftlich geschulter Literarhistoriker.^) Was er zu sagen hatte, hat er zwar leidlich

») Das neueste (August-)Heft vonNord und Süd" enthält einen Aufsatz aus der Feder von F. v. Wecch, der eine erfreuliche Ausnahme bildet, Amn. d. Red,

**) Auf S. 3 zitirt der Verfasser einen Ausspruch, dender greise Wieland" über Goethe gethan. Diesergreise Wiclnnd" war, als er jene Worte sprach, netto 42 Jahre alt!

Grenzboten III. 1879. 4V