Iriedrich Mt und die Leipzig-Iresdner LisenöahnKompaqnie.
List hatte, wie bereits in unserm ersten Artikel erwähnt bevor er sich in Leipzig häuslich niederließ, gegen die ersten Unterstützer seines Unternehmens, in denen er auch die künftige» Direktoren desselben erblickte, die Bedingungen geäußert, welche er an seine Thätigkeit für die Leipzig-Dresdner Eisenbahn knüpfen müsse. Mit diesen Bedingungen hatte es folgende Bewandtniß. List hatte sie nicht gestellt, ohne zugleich die Dokumente vorzulegen, ans denen ersichtlich war, in welcher Art er bereits für die Einführung der Eiseilbahnen gewirkt, und welche Kenntnisse und Erfahruugen er in der Sache zu sammeln Gelegenheit gehabt; daß er ferner eine Stellung als Vizepräsident des amerikanischen Eisenbahn-Unternehmens mit einem festen Gehalt von 1500 Doll. aufgegeben, seinen Antheil am Unternehmen zur Hälfte weit unter Preis für 12 000 Doll. verkauft, zur andern Hälfte noch weit billiger für 6000 Doll. verpfändet habe, einzig und allein in dem Wunsche, seinem Vaterlande zu nützen. Darauf hin beanspruchte er von den künftigen Direktoren: Ersatz seines Aufwandes bis zur Konstituirung der Kompagnie, die Befugniß, nach Vollendung der Bahn mindestens noch zwei Prozent der sämmtlichen Aktien u,1 pari zeichnen zu dürfen, und eine seinen Verhältnissen angemessene Anstellung bei der Direktion der Kompagnie mit entsprechendem festen Gehalt. Diesen Bedingungen fügte er noch die Erklärung bei, daß die Delikatesse ebenso wie das Interesse der Kompagnie es nicht zulasse, mit denselben öffentlich hervorzutreten, weil sonst das Publikum, voll von Zweifeln und Einwendungen, die ganze Angelegenheit als seine Privatspekulation betrachten und die Begeisterung dafür verlieren werde. Die Bedingungen selbst, bemerkte er, werde man umsomehr der Billigkeit gemäß finden, als er vielleicht jahrelang arbeiten und aus eigenen Mitteln werde leben müssen, bevor die Sache zu Stande komme, während dieser ganzen Zeit aber das Risiko zu tragen habe; werde nichts aus der Sache, so sei alle Zeit, Mühe und Kosten, die er darauf verwenden werde, für ihn verloren, weil er dann an niemand Ansprüche zu erheben habe.
Seyfferth und Dufour, denen diese Bedingungen zuerst vorgetragen wurden, fanden sie sehr bescheiden und versprachen, ihr Möglichstes für die Erfüllung derselben zu thun, anch die übrigen Freunde des Unternehmens dafür zu verpflichten. Als List dann, den dringenden Bitten der Leipziger nachgebend, groß-
*) Vgl. Grenzbvten Nr. 27: Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn, ein Werk Friedrich List's