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Witte's Dante-Forschungen.
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gezüchtigt werden, und empfinden daher den Schmerz als Wohlthat. Die Wirk­samkeit dieser Bußen wird unterstützt durch Zeichnungen in der Felswand oder auf dem Boden, durch Zurufe, durch unwillkürlich auftauchende Phantafiegebilde, die bald von der abzubüßenden Sünde zu lassen, bald der ihr gegenüberstehenden Tugend sich zuzuwenden mahnen. Es ist daher hier nicht allein, ja überhaupt nicht in erster Linie darauf abgesehen, böse Thaten durch gerechte Strafen zu sühnen, als vielmehr böse Neigungen zu überwinden, die Gesinnung zu läutern. Welche Sünde führt nun aber in die Hölle, und von welcher Sünde kann das Fegefeuer reinigen? Darüber entscheidet nicht die objektive Erscheinung der Sünde, sondern die subjektive Beziehung des Sünders zu ihr. Der unbuß­fertige Sünder ist der Hölle verfallen, für den reuigen Sünder ist die Reini­gungsstätte des Purgatoriums geöffnet.

Wir stehen am Schlüsse unserer Berichterstattung. Nicht als ob außer den genannten Aufsätzen nicht auch noch mancher andere für einen größeren Leserkreis anziehend sein könnte. Namentlich gern würden wir noch zwei weitere Abhandlungen: „Dante's Weltgebäude" und „Die Thierwelt in der göttlichen Komödie" in den Kreis unserer Besprechung gezogen haben, wenn es dazu nicht eingehenderer Erörterungen bedürfte.

Wir scheiden von Witte's Dante-Forschungen mit aufrichtigem Dank für die reiche Belehrung, die sie uns gewährt, zugleich mit Dank für den künst­lerischen Genuß, den die beigefügten Stiche Julius Thüter's, Dante's Bildnisse nach Giotto und nach Masaccio (?), uns bereitet haben. Willkommen ist auch der im zweiten Bande gegebene Plan von Florenz gegen Ende des 13. Jahr­hunderts.

Lin Aesuch im Mdis-KiosK.

Der in den letzten Jahren vielgenannte Jildis-Kiosk oder Stern-Pavillon, die Residenz des jetzt regierenden Sultans Abd ül Hcrmid, gehört nicht zu den in neuerer Zeit entstand'euen großen, im modernen Stile und aus kostbarem Steinmaterial aufgeführte» Palästen, die, hart am Ufer der Meerenge gelegen, ihre glänzenden marmornen Fciyaden in den Fluthen des Bosporus spiegeln. Alle jene Bauten, das Palais von Dolma Bagdsche, das von Tschiraghan und von Beylerbey, mit ihren weit am Gestade sich hinziehenden Dependenzen, auch verschiedene Jalis oder Uferhäuser im oberen Bereich der Seestraße, sie stehen heute einsam da, ihrer eigentlichen Bestimmung entzogen und halb verlassen.

Im Tschiraghan-Palais wird zwar noch einer der Nebenflügel nach wie vor vom Exsultan Murad bewohnt. Allein der unglückliche Fürst befindet sich dort unter strenger Bewachung, und Schildwachen stehen vor allen Aus­gängen, nicht als Ehrenposten, sondern um den Eintritt zu wehren, der nur der Dienerschaft und wenigen anderen Personen gestattet ist. Auf diesem mit unermeßlichen Kosten auf einem ungünstigen Bangrunde in der mittleren Periode der Regierungszeit des Sultan Abd ül Assis errichteten Residenzschlosse liegt noch der Schatten des traurigen und nicht ganz aufgeklärten Ereignisses vom 20. Mai vergangenen Jahres, des wahnwitzigen Versuchs Ali Suavi Effendi's,