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deutsche Literatm zur Ieit des siebenjährigen Krieges.
Von Julian Schmidt. II.
Bei der Spannung, mit welcher man die politischen Ereignisse verfolgte, konnte die eigentliche Literatur nicht wohl aufkommen; es zeigt sich eher ein Rückgang.
Lessing war im besten dramatischen Schaffen. Nicolai hatte gleich bei Begründung der „Bibliothek" einen Preis für ein gutes Trauerspiel ausgesetzt. Lessing rieth im Sommer 1758, ihn dem „Kodrus" zu ertheilen, einem freilich schwachen Versuch des jungen Herrn v. Cronegk, eines Freundes von Gellert. Dieser, ein vermögender Mann, hatte gewünscht, daß für diesen Fall der Preis zu dem des folgenden Jahres geschlagen werden solle; mittlerweile, hofft Lessing, werde ein junger Dichter mit einer besseren Tragödie fertig werden, „von dem ich mir nach meiner Eitelkeit viel Gutes verspreche. Er arbeitet ziemlich wie ich: er macht alle sieben Tage sieben Zeilen; er erweitert unaufhörlich seinen Plan, und streicht unaufhörlich etwas von dem schon Ausgearbeiteten wieder aus. Sein jetziges Sujet ist eine bürgerliche Virginia, der er den Titel Emilia Galotti gegeben hat. Er hat nämlich die Geschichte der römischen Virginia von allem dem abgesondert, was sie für den ganzen Staat interessant macht; er hat geglaubt, daß das Schicksal einer Tochter, die von ihrem Vater umgebracht wird, dem ihre Tugend werther ist als ihr Leben, für sich tragisch genug und fähig sei, die ganze Seele zu erschüttern, wenn auch kein Umsturz der Staatsverfassung daraus folgte. Seine Anlage ist nur von drei Acten, und er braucht ohne Bedenken alle Freiheiten der englischen Bühne."
Ob aus Cronegk, sowie aus dem noch jüngeren v. Brawe, der gleichfalls ein Stück „Der Freigeist" geliefert hatte, im Laufe der Zeit etwas geworden wäre, läßt sich nicht ausmachen; sie starben beide rasch nach einander. An dem, was sie bis dahin geleistet, war eigentlich nur der gute Wille zu loben.
Da Kleist aus Leipzig abging, so kehrte Lessing im Mai 1758 zu seinen Freunden nach Berlin zurück. Diese hatten sich immer enger an einander geschlossen; wöchentlich kamen sie zusammen, um freie Vorträge zu halten: Snlzer, Ramler, Mendelssohn, Nicolai, Resewitz, Premontval und viele Andere, darunter auch die Musiker Marpnrg und Fnsch und der