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Die Statistik der Verbrechen und der freie Wille. I.
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ganze umgebende Welt des Einzelnen können sich zu einer Macht häufen, welche wie ein bestimmendes Schicksal erscheint, welche ganze Generationen zu Wohlstand und Bildung oder zu Elend, Verkommenheit und Verbrechen zu prüdestiniren scheint, und dies wirklich bis zu einem gewissen Grade thut.

Diesem Schicksal Richtung und Inhalt zu geben, liegt wiederum im Be­reich der Kraft des freien menschlichen Willens. Hier setzt die große refor­matorische Kraft, wie sie.von einzelnen großgesinnten Geistern oder oft nur von einem hervorragenden gewaltigen Manne ausgeht, die intellektuellen Hebel ein; hier erscheint die große kulturschaffende Kraft der Individualität. Diese ist eben nicht mehr zu erklären, und das sollte man offen gestehen; aber es ist wichtig, sie in ihrer Tragweite zu würdigen. Die Erscheinungen, in denen sie sich in Zeit und Raum der Geschichte erweist, gehören zu den überraschendsten. Man vergleiche unsere Zeit mit der der italienischen Renaissance. Dort sehen wir die ungünstigsten äußeren Bedingungen für die menschliche Kultur, die man sich denken kann. Despotische Gewalt großer und kleiner Fürsten, unauf­hörliche blutige politische Kämpfe von Land zu Land, von Stadt zu Stadt, größte Rohheit und Versunkenheit in Aberglauben beim niederen Volke, Fri­volität, rassinirteste Genußsucht, rücksichtsloseste Bereitschaft zu jedem Verbrechen um des Vortheils willen bei den höheren Klassen, dem Adel, der Geistlichkeit und den reichen Bürgern und bei alledem und trotz alledem eine erstaun­liche Fülle an großen gewaltigen Geistern in Wissenschaft und Knnst, bahn­brechende Kapazitäten auf allen Gebieten, Leistungen der höheren Kultur, welche noch heute als Fundamente und Muster der unsrigen gelten. Nun ver­gleiche man die äußeren, also die, wie man annimmt, Charakter und Geist bildenden Verhältnisse jener Zeit mit den unsrigen, mit der Sicherheit der Person und des Eigenthums, der geordneten Staatsverwaltung, der Ausbildung des Schulwesens für alle Zweige menschlicher Thätigkeit, der hohen Entwicke­lung unserer Technik und unseres Verkehrswesens, der allgemeineren Herrschaft menschlicher Gesittung und wo sind die großen Resultate in der Erzeugung bedeutender, allen diesen bildenden Agentien entsprechender Individualitäten? Wenn wir einzelne große Gelehrte, Staatsmänner und Künstler, wenn wir die großen Erfolge namentlich in den Naturwissenschaften nicht aufzuweisen hätten' eine im Verhältniß zu jener Zeit und jenen kleinen Ländern recht bedenkliche Armuth an hochstrebenden geistigen Kräften, an gewachsenen großen Indivi­dualitäten, an Begabungen von Gottes Gnaden. Unsere erfahrensten und hochgebildetsten Schulmänner bekennen es offen, daß trotz der Fülle des der Jugend zugeführten Lehrstoffes die geistige Strebsamkeit, die schöpferische Kraft unserer Jugend sich zu verringern scheine, daß die Schablonenmenschen zuneh­men, die Individualitäten abnehmen.