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Aus dem Wanderleben eines deutschen Studenten im sechzehnten Jahrhundert.
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"da klingt aus sewen Schriften eine leise Klage über den wilden Haß der Religionsparteien heraus, denn bei all' seiner protestantischen Ueberzeugung ist er zeitlebens der treuherzige, wohlwollende, mildgesinnte Mann geblieben, als welcher er sich in seiner Selbstbiographie darstellt. Es war ihm nicht, wie mehreren seiner Freunde, vergönnt, in's Große zu wirken; keine geschichtliche That ist von ihm ausgegangen. Was sein Buch uns werth macht, ist auch nicht oder wenigstens nicht vorzugsweise die Persönlichkeit des Schreibers, son­dern das, was er in einer an gewaltigen Kämpfen überreichen Zeit mit schlichter, überzeugender Einfachheit dem Gedächtniß späterer Geschlechter überliefert hat. Dagegen ist ihm Alles zu Theil geworden, was das Leben reich und glücklich macht: eine Heimat, die er liebte, ein Wirkungskreis, der ihm entsprach, ein friedliches Familienleben und ein hohes Alter.

Jdstein. Chr. Meyer.

politische Briefe.

VIII.

Die Aussichten der Zollreform im Reichstage.

Unser heutiges Thema wurde bereits im ersten dieser Briefe behandelt. Heute läßt sich prüfen, ob wir damals eine richtige Voraussicht bewährt. Den letzten Prüfstein können ja erst die Verhandlungen im Reichstage geben, an deren Schwelle wir jetzt stehen. Aber an dieser Schwelle ist beides lohnend, ein Rückblick und ein Vorblick, denn viel hängt von der Fassung ab, in welcher der Reichstag wie die öffentliche Meinung die Schwelle überschreiten.

Im ersten Briefe schrieben wir:Für die Entscheidung über die Zoll- und Steuerreform im Reichstag kommen die drei großen Parteien in Betracht, das Zentrum, die vereinigten Konservativen und die Nationalliberalen." Was wir damals vom Zentrum gesagt, hat seitdem eine durchgehende Bestätigung ge­funden. Die Herren vom Zentrum nehmen die Schutzzölle an, sie haben mit sichtlichem Vergnügen eine offiziöse Auslassung aufgenommen, welche ihnen bestätigte, daß sie nicht um der Kirchenpolitik, sondern um ihrer Wähler willen schutzzöllnerisch sind. Desto eifriger erklären sie, sich den Finanzzöllen gegen­über volle Freiheit wahren zu müssen. Die Bewilligung der Finanzzölle wollen sie abhängig machen von dem Nachweis des Bedürfnisses, von Bürg-

Grenzboten II. 1879. 26