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Politische Briefe. VII. : Die Begründung des Zolltarifs.
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Es wird sich bei den bevorstehenden Verhandlungen des Reichstages um nichts geringeres handeln, als um die physische Lebensfrage der deutschen Nation. Es ist außerordentlich thöricht, eine solche Frage banausisch zu schelten. Die Individuen, welche dem Gewerbebetrieb obliegen, können durch Verengung des Blickes und des Sinnes banausisch werden. Die Frage der materiellen Lebensbedingungen eines ganzen Volkes ist es niemals. Möchte diese Frage, welche allerdings nicht die höchste, aber die unmittelbarste aller Lebensfragen ist, mit dem Ernst der Betrachtung und mit der Lauterkeit der Waffen behandelt werden, wie sie allein der Vertretung des deutschen Volkes würdig sein können. Dann wird das die größte Verhandlung werden, die das deutsche Volk in seiner parlamentarischen Geschichte bisher erlebt hat. Keine Frage geht so auf das unmittelbarste Interesse jedes Einzelnen und zugleich auf den Bestand der höchsten Güter, auf den Fortbestand der nationalen Existenz selbst. Hier gibt es keine Exklusivität der Bedeutung, keine nur mittelbare Beziehung durch den nationalen Lebenszweck auf die Einzelnen. Aber hier ist auch jeder Einzelne, wie er mit seiner Existenz unmittelbar in Frage ist, ebenso verpflichtet, an die unmittelbare Gefahr des Ganzen zu denken. Mögen wir denn verschont werden mit den allzu oft gehörten Tiraden, daß man Niemand wehren dürfe zu kaufen, wo er es am billigsten kann u. s. w., Tiraden, deren Trivialität kaum ihrer Schädlichkeit gleich kommt. Es handelt sich um die Nation, nicht um den Einzelnen, der seine Sache auf Nichts gestellt hat.

Literatur.

Von der „Bibliothek älterer Schriftwerke der deutschen Schweiz", herausgegeben von I. Baechtold und F. Vetter, einer Sammlung, die durch das, was sie bringt, für die Schweiz eine ähnliche Bedeutung erlangen wird, wie sie die bekannte Quedlinburger Sammlung und die des Stuttgarter Lite­rarischen Vereins für Deutschland erlangt haben, dadurch aber, wie sie es bringt — in vornehmer, geschmackvoller und deshalb einzig würdiger Aus­stattung nämlich —, die deutschen Sammlungen entschieden in Schatten stellen wird, ist vor kurzem der zweite Band ausgegeben worden, der die Werke des genialen schweizerischen Dramatikers aus dem 16. Jahrhundert, Niklaus Manuel enthält (Frauenfeld, I. Huber, 1878). Wir kommen auf diesen Band und die werthvolle biographische und literarhistorische Arbeit, welche der Heraus­geber, I. Baechtold, dem Neudruck der Texte vorausgeschickt hat, noch aus­führlicher zurück.

Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Grunow in Leipzig. Verlag von F. L. Herbig in Leipzig. — Druck von Hüthel K Herrmann in Leipzig.