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und glanzvoll das dritte Wort in diesen Reklamen ist, während von Gediegenheit und gutem Geschmack noch niemand gesprochen hat — dadurch, daß sie besondere Ausstellungsgegenstände anfertigen und bei etwaiger Verlegenheit um Muster sich mit ihren Aufträgen an das Leipziger Knustgewerbemuseum wenden. Indeß, die Ausstellung ist beschlossene Sache, die Mittel sind garantirt, der Platz für das Ausstellungsgebäude ist bestimmt, die Reklame arbeitet bereits mit Hochdruck, gewisse Leute sehen sich schon im Geiste zum Dank für ihre Verdienste als „Kommerzienrath" oder ihr Knopfloch mit einem hübschen Bändchen geziert, die Gewerbtreibenden werden sich massenhaft betheiligen, und auch die guten Thüringer werden den Wunsch haben, zum „Glanz" der Ausstellung das Ihre beizutragen. Nun ist die Meerschaumwaaren-Jndustrie, wie männig- lich bekannt, in Thüringen ganz besonders zu Hanse. Ruhla allein schickt mindestens ein Dutzend Meerschaumwaaren-Fabrikanten auf die Leipziger Messen. Wenn also irgendwo in aller Eile noch etwas für die Sache gethan werden könnte, so wäre es ans diesem Gebiete. Daß die absolute Geschmacklosigkeit, die zur Stunde noch in diesen: Gewerbszweige herrscht, auf einer Kunstgewerbe-Attsstellung Einlaß finden sollte, können wir unmöglich glanben, denn von Kunst ist ja die Rede gar nicht dabei; und wenn auch die Leipziger Ansstellungs-Kommission, deren aesthetische Maßstäbe wir vorläufig noch nicht kennen, ihr diesen Einlaß gewähren sollte, die Linie einer sachkundigen Kritik würden sie dann sicherlich nicht Passiren. H. A. Lucas.
Literatur.
Jugendschriften. In K. Thienemann's Verlag (Julius Hoffmann) in Stuttgart sind in mustergiltiger Ausstattung — in ausgezeichnetem großem Druck auf dem besten Papier — als „Festgeschenk sür die deutsche Jugend" Märchen und Sagen erschienen, die Julius Hoffmann ausgewählt und „bearbeitet" hat. Die Auswahl müssen wir nur loben. Denn viele passende Stücke, welche die bekanntesten Sagen- nnd Märchenbücher nicht enthalte«, hat der Verfasser mit Geschick und Takt seiner Sammlung einverleibt; so aus den Palmblättern von Herder und Licbeskind „die Freunde", „Tai und Schenk", „der Hirtenknabe", „der unglückliche Pfeilschuß"; von Peter Hebel läßt er „Hans und Lise", von Hackländer „den Rothmantel" und den „Zauberkrug", von Ottilie Wildermuth „Heulpeterle", von Nob. Reinick „die Waldmühle", von I. A. C. Löhr „die Rolandsknappen" und „die Brunnennixe" erzählen; daneben find auch einige der tüchtigen Bearbeitungen A. Godin's, Bechstein's u. A. benützt. Da-