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Nach der ersten der beiden Kommissionssitzungen in zweiter Lesung scheint die preußische Regierung noch die besten Hoffnungen gehabt zn haben, denn ihr halbamtliches Organ sprach am 2. Oktober die Zuversicht aus, daß bei der zweiten Lesnng in der Kommission eine natürlichere Mehrheit als bei der ersten es zn einer Verständigung kommen lassen werde; derselbe Tag brachte jedoch die Täuschung. Gleichwohl haben die Verhandlungen der Kommission ohne jeden Mißklang geendet.
Wir vermögen nicht einzusehen, warum die in Gemeinschaft mit den Konservativen zur schließlichen Entscheidung berufenen Nationalliberalen es verschmäht haben, schon in der Kominission auch in Betreff der letzten Differenzpunkte nachzugeben- Als Opfer der Ueberzeugung kann doch die Zustimmung zu diesem anomalen Gesetze überhaupt nicht angesehen werden, eine scheinbare Sprödigkeit und zögernde Taktik in Betreff jener Punkte ist offenbar ganz aussichtslos und schließlich werden die Nationalliberalen letzteren im Plenum doch zustimmen müssen, wenn anders sie ihr den Wählern gegebenes Wort halten wollen, ein wirksames Gesetz zu Stande bringen zn helfen. Die nationalliberale Fraktion tritt zwar erst am K. Oktober zur Berathung des Kommissionsberichtes zusammen; es ist aber bei der überhaupt herrschenden Zerfahrenheit der Ansichten sehr fraglich, ob die Fraktion es den Führern in vorliegender Sache nicht eher verdankt, als verübelt hätte, ihrer Entscheidung in der Kommission vorgegriffen zu haben. Die am 9. Oktober im Plenum beginnende zweite Lesung wird weitere Aufklärung und Entscheidung bringen.
Berlin, den 6. Oktober. L.
Literatur.
I^sssinA. Lz? ^awes 3iwe. In 2 Volumes. WM Portraits. I-onäon, Irüdlier & 0o., 1377.
G. E. Lessing. Ein Lebensbild. Nach James Sime's „I^ssiiiA, bis lito anä -m-itinM" (sie). Frei bearbeitet von Adolf Strootmann. Autorisirte deutsche Ausgabe. Berlin, Hofmann ck Co., 1878.
Später, als uns selber lieb ist, bringen wir das erste der beiden vorstehenden Werke zur Anzeige. Die Verzögerung hat aber wenigstens das Gute gehabt, daß unsere Besprechung, nachdem durch eine Reihe angesehener deutscher Zeitschriften für das hinlängliche Bekanntwerden des Buches in Deutschland gesorgt worden ist, gewisse Dinge übergehen, über die bisher erschienenen Kritiken eine Art Superkritik üben und die inzwischen hernnsgegebene deutsche