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Die Leipziger Augustereignisse 1845. I : der zwölfte August.
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Glied stehende, mit Bayonetten und Munition versehene Militär dem gänz­lich unbewaffneten, ungeordneten, führerlosen Hänfen unendlich überlegen."

Die Studenten erbrachen den Fechtboden und rotteten sich zusammen, nm die Schützen und deren Kaserne anzugreifen. Ihnen und Hunderten Gleich­gesinnter tritt die Kommunalgarde entgegen, die endlich um Mitternacht dnrch Generalinarsch unter die Waffen gerufen wird, und ruhig und mühelos, ohne Waffengewalt, die von neuem und in weit gefährlicherer Stimmung auf dem Roßplatz sich sammelnde Menge zerstrent. Auch dahin war sie mit Hohn entsen­det worden. Als die Garde verlangte, selbst die Wache vor dem Hötel des Prinzen zu übernehmen, erwiderte Oberst von Buttlar:daß er unter keinen Verhältnissen seinen Platz verändere, und so lange Se. Kgl. Hoheit im Orte wären, das Militär von seinem Stande nicht abgehen lassen werde, anch daß er von Niemandem, selbst nicht von S. Kgl. Hoheit, Befehle annehmen könne, übrigens für die Kommnnalgardc, wenn sie, wie ihr zustehe, Exzedenten arre- tiren wolle, Gelegenheit genug zum Einschreiten sich darbiete."")

Vou Verwünschungen und Steinwürfen verfolgt, von reitender Kommu­nalgarde aus der Stadt geleitet, enteilte am Morgen des 13. August auf Seiten­wegen, der au dem Gemetzel völlig schuldlose Prinz. Er hatte keine Ahnung davon gehabt, welche Katastrophe der Uebereifer seiner Getreuen vorbereite, bis das Entsetzliche geschehen war. Und dennoch glaubte am Morgen des 13. August ganz Leipzig, der Prinz sei der Urheber des Feuerns gewesen. Ja, nicht ein Einziger von allen Denen, die diesem traurigen Gerücht hätten entgegentreten können, die mit dem Prinzen zn Tische gesessen, die mit ihm gesprochen bis zur Katastrophe und bezeugen konnten, daß er durch das Feuern auf's Höchste überrascht und bestürzt gewesen, nicht Einer von ihnen, außer dem mannhaften Rektor der Universität, dem Domherrn Dr. Günther, hatte den Muth, der Wahrheit die Ehre zu gebeu. Haus Blum.

MMicKe auf den orientalischen Krieg 1877-1878.

von L d. I.

Das Vorspiel des Krieges und die Heere der Kriegführenden.

Im Sommer 1875 hatte eine Stenereintreibung in der Herzegowina Un­ruhen zum Ausbruch gebracht, die sich rasch weiter verbreiteten, auch auf Bosnien ausdehuteu und bald in einen völlig politischen Aufstand der griechisch-

Ebenda, S. 43.