Contribution 
Literatur.
Page
440
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

440

der mittelalterlichen Kunst die Deukmalsplastik in organischem Zusammenhange mit der Architektur gestanden habe, erst im 17. Jahrhundert die Tendenz aufgekommen sei, das Denkmal zn isvliren, bis man denn in unsrer Zeit ge­radezu mit der Idee eines Denkmals den Begriff der Jsolirnng als selbstver­ständliche Norm augenvmmeu habe. Nur dadurch könne das moderne Denkmal reformirt werden, daß man diesen anfgegebenen naturgemäße!: Zusammenhang der Deukmalsskulptur mit der Architektur wieder herstelle. Der Verfasser schlägt dazu deu doppelten Weg vor, daß einerseits bei der Errichtung monu­mentaler Bauten (Parlameutshäuser, Justizpaläste, Rathhüuser, Theater, Museen, Akademien, Uuiversitätsgebäude, Bibliotheken, Schulen) in der Disposition von vornherein auf die Ausschmückung derselben durch Denkmäler Rücksicht genommen werde was zugleich eiue sehr heilsame Reorganisation unserer Monumental­architektur involviren würde, andererseits für solche Denkmäler, für deren Aufstellung es an geeigneten Bauwerken fehlen sollte, das Verhältniß der beiden zusammengehörigen Küuste umgekehrt, die Architektur als ornamentale Znthcit zum plastischeu Werke hiuzugeuommen, kurz, dem Denkmal eine angemessene architektonische Umgebung geschaffen werde.

Dies die Ansichten und Vorschläge des Verfassers, die wir hier nur in den äußersten Umrissen wiedergeben können, Ansichten und Vorschläge übrigens, mit denen Schasler nur den Ueberzeugungen Ausdruck gegeben hat, die in den Kreisen der verständigeren Künstler und aller kunstwissenschaftlich gebildeten Sachverständigen sich längst befestigt haben und die nur leider der traurigen Zusammensetzung unsrer meistenDenkmalkvmite's" gegenüber bisher so gut wie machtlos gewesen sind. Möchten doch überall da, wo man mit Denkmals- ideen schwanger geht, dieleitenden Persönlichkeiten" sich zuvor recht gründlich und unbefangen in das Schasler'sche Schriftchen vertiefen!*)

Die Vcrlagshaudlnng thäte gut, für etwas bessere Korrektur zu sorgen; das Heft­chen wimmelt von Druckfehlern. S, 37 ist hinter den Worten:Universitäten, Bibliotheken u, s, f." die ganze zweite Hälfte des Nebensatzes ausgefallen. Und sollte die gänzlich un­deutsche Weuduug ebd.auf einen Zweck rücksichtigcn" und der syntaktische Schnitzer S, 38. und in den dadurch gewonnenen Wandfeldcrn" anstattund in deren dadurch gewonnenen Wandfeldern" aus der Feder des Verfassers stammen?

Verantwortlicher Redakteur: I>i. Hans Blum in Leipzig. Verlag von F. L. Hervig in Leipzig. Druck von Hüthcl <!- Herrmaim in Leipzig.