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lieferten oder kreuzigten, so ließen die karthagischen Feldherren sie absichtlich in ausgesetzten Stellungen vom Feinde niedermachen, führten sie auf öde Inseln, um dort zu verhungern, warfen sie über Bord oder metzelten sie Nachts nieder. Das Verhältniß von Führer und Mannschaft war ein Zustand fortdauernder Verschwörung und inneren Krieges. Die Waffe, welche Karthago im Kampfe mit Rom führte, drohte bei jedem Hiebe zu zerbrechen oder gar die eigene Brust zu verwunden. Unzählige Unternehmungen mögen schon, ohne daß wir es wissen, im Entwürfe gescheitert sein aus Mangel an Vertrauen aus die Soldtruppen, und noch mehr schlugen, der Unzuverlässigkeit der Miethlinge wegen, in der Ausführung fehl.
Merkwürdig bleibt es bei alledem, daß die Punier im Laufe des ganzen Krieges nur einen einzigen entscheidenden See sieg erfochten. Auf diesem Element erschien doch ihre Überlegenheit von Anfang an gesichert. Indeß scheint die Vereinigung hellenischer Seeknnde mit der durch die Enterbrücken ermöglichten Aeußerung römischer Kampftüchtigkeit doch ein Kraftprodukt ergeben zu haben, dem die Karthager nicht gewachsen waren.
populäre Unterhaltungsliteratur des zwölften Jahrhunderts.
Von A. Leonhard. II.
Aus derselben Schule, derselben Zeit und derselben Gegend, wie das Märe von Orendel stammt das Gedicht von St. Oswald's Leben, welches nach einer Schaffhausener Handschrift 1835 von L. Ettmüller herausgegeben wurde. Den Inhalt dieses Gedichtes bildet die Werbung König Oswald's von England um die schöne Heidentochter Paimg oder Spange, welche er schließlich, da der Vater der Jungfrau dieselbe nicht herausgeben will, durch listigen Raub sich gewinnt. Eine genauere Betrachtung dieses heiligen Königs, des Haupthelden unsers Gedichtes, drängt zu der Annahme, daß in seiner Person der alte Germanengott Wuotan eine vermenschlichte Gestaltung gewonnen hat. Bekanntlich wußte altdeutscher Glaube auch von einer Brautwerbung des obersten Gottes zu erzählen: Wenn in den „Zwölften", d. h. in den zwölf Nächten von Weihnachten bis Dreikönigentag, der Stnrmwind - mit lautem Geheul über Felder und Dächer dahinfährt, dann, meinte man, jage
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