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ßypern.
Das britische Kolonialreich umfaßt nach den besten Berechnungen gegenwärtig 375,308 geographische Quadratmeilen, es erstreckt sich über alle sünf Erdtheile und hat überall die vorgeschobenen strategisch oder handelspolitisch wichtigen Posten besetzt. In dieser Beziehung kommt ihm keine Macht der Erde gleich, auch Rußlaud nicht, mit seinein bei weitem größeren Landbesitz. Wo ein beherrschender Punkt auf dem Globus vorhciuden, da hat der Brite sich festgesetzt. Mit der Znsel Perim und Aden schließt er das Rothe Meer, von Hongkong aus kontrolirt er den chinesischen Handel wie von Singapur den.der malayischen Inseln; im Stillen Ocean gehören ihm die wichtigsten Eilande, und in Europa sitzen die Engländer uns in Helgoland wie die Fliege auf der Nase; sie sperren mit Gibraltar — auf spanischem Grund und Boden — den wichtigen Zugcmg zum Mittelmeer, haben in diesem selbst Malta, den Fels der Johanniter, zu einer kanouenstarrenden Feste umgeschasfen und sind jetzt auch die Herreu von Cypern geworden.
Wir glauben, ans die Dcmer. In der Sitzung des englischen Oberhauses vom 11. Juli erklärte der Carl vvu Shaftesbury im Namen der Regierung: „Im sechsten Artikel des Allianzvertrages mit der Hohen Pforte heißt es, daß dieser Cypern nur zurückgegeben werden soll, wenn Kars und die andern Städte von den Russen gerämnt werden; behält aber Rußland Kars für immer, dann wird England Cypern für immer behalten." Auf diesen Fall müsseu wir gesaßt sein. Rußland wird das dominirende Kars, vor dem in zwei Belagerungen das Blut seiner Söhne in Strömen floß, nicht wieder Heransgeben, so wenig wie England Cypern, diesen Stützpunkt der zukünftigen Euphratbahn gegenüber den fyrischen Häfen, die im Durchgangshandel nach Persien und Indien demnächst eine ganz andere Rolle noch spielen werden als heute. Wir dürfen jetzt also die 173 Qnadratmeilen, welche Cypern nach den besten Berechnungen*) umfaßt, ruhig der obigen Zahl für das britische Reich hiuznrechnen.
Das Material über die Insel fließt uns nicht gerade reichlich zu. Ob Cypern das Kifa der ägyptischen Denkmäler aus der 18. Dynastie oder das Caphtor des alten Testamentes war, bleibt ungewiß, doch muß seine Zivilisation jedenfalls in eine sehr frühe Zeit zurückgereicht haben. Seine Kupfernnneu und Häfen an der Südseite zogen die seefahrenden, handeltreibenden Phönizier an, denen das schöne Eiland vor der Thüre lag; Citium (das biblische Chittim, berühmt wegen seiner Schiffe), Paphos und Amathus waren die Hauptnieder-
") Die Insel Cypern geschildert von Unger und Kotschy.