Beitrag 
Die Rechtsfrage beim Uebergange in den sozialistischen Staat.
Seite
142
Einzelbild herunterladen
 

14L

der unangenehmen Frage als vb die Besitzenden vvn heute überhaupt keiu Recht auf ihren Besitz hätten. Er sucht zur Bekräftigung seiner Behauptungen nachzuweisen, daß wirklich Staaten in der Neuzeit Vermögenskonfiskationen vhne Entschädigung vorgenommen hätten. Wir wollen ihm noch mehr zuge­stehen. Es wird nicht blos in vereinzelten Fällen das Eigenthumsrecht verletzt, sondern tagtäglich geraubt und gestohlen. Aber das begründet in unseren Augen noch kein Recht, zu rauben und zu stehlen.

Die pariser Weltausstellung.

Von Adolf Rvsenberg.

5. Die Kunst in Frankreich. Die französische Historienmalerei.

Die Kunst nimmt heute in dem Kulturleben Frankreich's eine Stellung ein, die ungefähr derjenigen entspricht, welche sie im alten Griechenland in den Zeiten des Perilles oder im Zeitalter der italienischen Nenaisscmee innegehabt hat. Gepflegt und gehätschelt von der Regierung, getragen vvn dem Ver­ständniß, von der Liebe, ja bisweilen von der leidenschaftlichen Parteinahme eines gebildeten Volkes kann sie sich, im vollsten Bewußtsein, daß sie einen der wichtigsten Faktoren im Kulturleben ihrer Nation bildet, frei, ungehindert und von reichen Mitteln unterstützt, entfalten. Wenn der Staat, die Kirche und die Municipalitäten vorzugsweise für ihre Zwecke die Malerei großen Stils, die religiöse und die Historienmalerei, unterstützen, so darf sich der Pariser Porträtmaler denn wie für die Politik ist auch für die Knnst Paris Frankreich, der Genre- und Landschaftsmaler an die Crcme einer inter­nationalen Gesellschaft wenden, die ihre Reichthümer in Paris genießt und auch ihrerseits die Protektion der Knust übernimmt. Bei einer Vergleichung fran­zösischer und deutscher Verhältnisse, namentlich wenn man das Absatzgebiet beider Nationen in Anschlag bringt, darf man diese sehr wichtige Thatsache, die vvn größter Tragweite ist, nicht anßer Acht lassen. Der sranzösische Buchhändler, der Knnstindustrielle, der Maler darf bei seinen Speknlativnen die ganze Welt als Konsnment in Rechnung ziehen, während die Deutschen bis jetzt nur eine sehr beschränkte Anzahl von Nationen für ihr Absatzgebiet ge­wonnen haben. Ein neunenswerther Export deutscher Gemälde insbesondere findet nnr nach Amerika statt.