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Darwinismus, Religion, Sittlichkeit.
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alle Zeiten ungefährdet, als Moralität aber würde sie verkümmern, würde sie ganz nach den Gesetzen Darwin's selbst rudimentär und endlich ganz eliminirt werden. Wir verzichten darauf, die nähere Begründung dieser letzteren Sätze, welcher der Schluß der Weygoldt'schen Schrift gewidmet ist, im Auszug wiederzugeben. Wir begnügen uns mit Folgendem: Der Kampf ums Dasein schließt Rücksichten der Billigkeit ebenso wenig aus, als er rohe Vertilgungssucht nothwendig in sich schließt, aber nur das liegt im Prinzip jenes Gedankens, daß der Mensch die von ihm selbst und zu seinem eigenen Vortheil gesetzten staatlichen und gesellschaftlichen Schranken achte, daß er legal handle. Was er darüber hinausthut, z. B. jede Leistung der Armenfürsorgc, der Krankenpflege, sofern sie nicht dem, der sie gewährt, in irgend welcher Weise selbst wieder zu gute kommt, ist Sentimentalität oder Luxus, beide Male aber für den Betreffenden selbst gefährlich. Die Darwinianer wehren sich mit nichtigen Scheingründen gegen diese Folgerung.

Indeß wird es zu einer Vernichtung der Moralität, zu einer relativen Verrohung uicht kommen, weil das Vorgeben einer nur mechanischen und zu­fälligen Transmutation und Deszendenz sammt der darauf gegründeten ateleo- logischen Weltauffassung unhaltbar ist. Die Entwickelungslehre wird sich wohl siegreich erhalten, aber nur mit der Annahme eines zweckgeleiteten Fortschreitens, nur unter der Voraussetzung einer logischen Triebkraft.

Wir schließen mit dem Schriftwort, welches Dr. Weygoldt seiner Ab­handlung als Motto vorangesetzt hat: «Tro^o^e,^ o^-c nach Luther: uns ist bange, aber wir verzagen nicht! (2. Kor. 4, 8). Hr.

Die neueste Art, Hedichte zu erklären.

Auf dem umfänglichen Literaturgebiete, welches dem Zwecke dient, das Verständniß für die Werke unsrer klassischen Dichter zu erschließen, auf dem Gebiete jener Erläuterungsliteratur, mit der wir gründlichen Deutschen mehr als jede andere Nation der Welt gesegnet sind, hat man nun nachgerade genug erlebt, als daß einen so leicht noch etwas überraschen konnte. Eine Leistung aber, wie sie in dem hier zu besprechenden Buche, denEklogen" des Herrn Realschuldirektors Armknecht,*) geboten wird, läßt wohl alles hinter sich, was

*) Eklogen. 90 klassische Gedichte der Deutschen, sür den Haus- und Schnlgebrauch mit den nöthigen sachlichen und etymologischen Erklärungen, metrischen Einleitungen, litcrar-