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Pariser Studien. II .
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stadt geworden ist. Diese iimner weiter um sich greifende, in ihrer Jsolirnng gefährliche, indifferente, egoistische, genußsüchtige Masse aufzurütteln und dem wichtigsten Interesse der Nation, der Begründung einer Familie, dienstbar zu macheu, wird kein Mittel gescheut. Schon ist, wie man sieht, die Rolle der Geschlechter bei der Liebeswerbung dadurch in Paris verwandelt. Im Ernst beinahe wirft der Verfasser die Frage auf, ob man die uneinnehmbare Festung des Junggesellenthums nicht vielleicht dadurch zur Kapitulation zwingen könne, daß man auch in der übrigen Gesellschaft die Standarte der freien Liebe auf­ziehe. Die Civilisation und die Menschheit hat auf solche Frage nur eine Antwort: die Antwort, daß kein gesundes Kulturvolk zurückgreifen kann auf die Lebensformen, die es vorfand, als es über die Schwelle der Barbarei ein­trat in sein geschichtliches Volksleben. Ein Volk, das diesen Schritt thut, das nicht bestehen kann auf dem Boden der Gesittung der andern, hat sein Todes­urtheil gesprochen. Wir sind weit entfernt zu glauben, daß es soweit mit Frankreich gekommen sei.

Dom deutschen Ueicljstage.

Berlin, 12. Mm.

Die erste Berathung der Tabaksenquetevorlage liegt hinter uns, ohne daß sie die innere Lage geklärt hätte. Im Gegentheil, noch mehr als früher erscheineil heute die Steuerreformabsichten der Neichsvezire vom Nebel der Ungewißheit verhüllt. Vor 2 3 Monaten hatte man wenigstens ein greif­bares Projekt, die vom Reichskanzler in unzweideutigster Weise angestrebte Einführung des Tabaksmonopols vor Augen. Heute bezeichnet die Regierung ihren Standpunkt gegenüber der Frage einer ausgiebigeren Besteuerung des Tabaks als tabula rass,. Vollständig fest steht ihr nur die Ueberzeugung, daß eine stärkere Besteuerung des Tabaks eintreten muß, auf welchem Wege, da­rüber hat sie noch keine bestimmte Meinung, eineobjektive und umfassende" Untersuchnng soll ihr erst die Mittel zur Bildung eines definitiven Urtheils liefern. Schade nur, daß sich diese Versicherung, in welcher sich der Präsident des Neichskanzlermntes und der preußische Finanzminister überboten, weder mit den Motiven aus dem Inhalte der Enquetevorlage, noch mit dem Ge­bühren der gouvernementalen Presse in der letzten 46 Wochen in Einklang bringen läßt. Zum Schlüsse jener Motive ist ausdrücklich gesagt, daß auf