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Die Berliner Malerschule. II .
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Die Berliner Walerschule.

Von Adolf Rosenberg. II.

Als Cornelius am 10. März 1867 zur ewigen Ruhe geleitet wurde, schritt sein jüngster Schüler, Max Lohde, neben dem Leichenwagen einher. Er war der Vertraute der letzten Lebensjahre des großen Meisters gewesen. An Begeisterung und Verehrung für seinen Lehrer stand er keinem aus jener Künstlerschaar nach, die in der Münchener Glanzzeit unter Cornelius Augen thätig war. Noch im Todesjahre des Meisters ward ihm Gelegenheit, monu­mentale Wandmalereien auszuführen, welche zeigten, daß der Geist des Cornelius wenigstens noch in einem der Berliner Künstler nachwirkte. Lohde hatte sich eingehend mit der Sgraffitomalerei der italienischen und deutschen Renaissance beschäftigt und machte nun den Versuch, diese Technik, welche dem nordischen Klima stärkeren Widerstand zu leisten vermag als die Freskomalerei, für monu­mentale Zwecke wiederzubeleben, als ihm die Ausschmückung des Treppenhauses des Sophiengymnasiums übertragen wurde. Sowohl hier als auf dem Friese unter dem Treppengesims des Direktorialgebäudes und in der Reitbahn des Kriegsministeriums - die Stoffe waren der griechischen Sage und dem grie­chischen Leben entlehnt entfaltete Lohde eine schlichte Größe und ein aus­gesprochenes Gefühl für monumentale Würde. Man durfte auf seine fernere künstlerische Entwicklung die schönsten Hoffnungen bauen, da raffte ihn der Tod, ein Jahr nach seinem Lehrer, in der Blüthe der Jugend dahin, als sein Geist auf einer italienischen Reise die fruchtbarsten Anregungen empfangen hatte. Seine monumentalen Versuche geriethen in Vergessenheit. Als während des jüngsten Aufschwungs der Berliner Baukunst die Sgraffitomalerei für deko­rative Zwecke, insbesondere für den Fa?adenschmuck, wieder aufgenommen wurde, geschah es auf den Impuls der Wiener Architekten.

Grenzboten II. 137S. ^