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Die deutsche Literatur 1752-1756. II .
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Die deutsche Literatm 1752-1756.

Von Julian Schmidt. II.

In Berlin waren inzwischen große Veränderungen eingetreten. Friedrich war mehr und mehr vereinsamt. Freilich übte die Stadt noch immer ihre Anziehungskraft; Winckelmann (38 I.), der um diese Z'eit von Dresden aus Berlin besuchte, schreibt: ich habe Wollüste genossen, die ich nicht wieder ge­nießen werde; ich habe Athen und Sparta in Potsdam gesehn, und bin mit einer anbetungsvollen Verehrung gegen den göttlichen Monarchen erfüllt."

In einer Ode an Gleim läßt Klopstock, dessen Begeisterung für König Friedrichohne Wünsche nach Lohn" gelten, erklärt aber im Namen der deutschen Muse, sie folge ihm darin nicht. Wohl habe Friedrich große Hoff- nnngen erregt:würdig war er, uns mehr als dein beglücktester Freiheitshasser, o Rom, Oetavian zu sein! So verkündete ihn, als er noch Jüngling war, sein aufsteigender Geist. Noch da der Lorbeer ihm schon vom Blute der Schlacht troff, und der Denker gepanzert ging, floß der dicht'rische Quell Friedrich entgegen, ihm abznwaschen die Schlacht. Aber er wandte sich, strömt' in Haine, wohin ihm Heinrich's Sänger nicht folgen wird."Sagt's der Nachwelt nicht an, daß er nicht achtete, was er werth war zn sein; aber sie hört es doch! Sagt's ihr traurig, und fordert ihre Söhne zn Richtern' auf."

Die Ode enthält eine vielleicht beabsichtigte Zweideutigkeit: der Sänger Heinrich's kann Klopstock sein der das ursprünglich auf Friedrich gemüuzte Schlachtgedicht mit Abänderung einiger Stellen gegen alles Kostüm au Heinrich den Vogelsteller adressirte vielleicht aber anch der Dichter der Heuriade.

Voltaire's Aufenthalt in Berlin hatte ein Ende gefunden. Er hatte eine arge Schmähschrift gegeu Maupertuis geschriebeil und sie gegen sein wieder­holtes Versprechen veröffentlicht; der König hatte sie dnrch Henkershand ver-

Grmzbotm II, 1373. 6