Beitrag 
Die deutsche Literatur während des achtjährigen Friedens 1748-1756 : (Klopstock, Wieland, Lessing, Winkelmann, Kant.) II.
Seite
413
Einzelbild herunterladen
 

413

nung unter die Traurigkeit gemischt war, sie hervorbringen zn helfen.' Diese Wolke wird wohl über mein Leben ausgebreitet bleiben, und wenn ich sonst auch noch so glücklich seiu könnte."

Die Lnwickelung des altgriechischen Kriegswesens.

Von Max Jcihns.

IX.

(Schluß.)

14. Das makedonische Heerkönigthum.

Auf dem Schlachtfelde von Mcmtineia war mit dem letzten Athemzuge des siegenden Epmneinondas auch die letzte Kraft des alten griechischen Bür- gerthums verhaucht. Wohl vermochte der hellenische Geist noch, genialen Im­pulsen schwungvoll zu gehorchen; aber spontane Thätigkeit und Ausdauer maugelten dem alternden Volke, zumal in kriegerischen Dingen. Das Größte, was ihm zu leisten noch beschieden war, das sollte es im Heergefolge der ma­kedonischen Fürsten thnn. Schon seit längerer Zeit bekundeten griechische Denker, wie Tenophon, ein cchuungsvolles Verständniß für den Gedanken der Monarchie: in den nordischen Hochlanden jenseits des Olympos wuchs diese Monarchie empor. Wol war Makedonien nur eine lockere Gruppe von Ge- birgskantonen; der König indessen galt da noch wie zu heroischer Zeit als Ober­feldherr und Oberpriester, und weil iu jeuen Landen das nivellirende Leben der Städte mangelte, hatte sich dort ein Rest jener adeligen Kampfgenossen­schaften erhalten, welche Homer als Gefolge der Häuptlinge schildert.

Die Volksverwandtschaft zwischen Hellenen und Makedonen ist unzweifel­haft. Beide entsprangen dem altpelaspischen Stamme, der einst die ganze Halbinsel bewohnt; die makedonische Sprache steht den älteren Dialekten der griechischen nahe. Herodot hält Makedonen und Dorer für engverwandt; denn er berichtet, daß das Volk, welches später den NamenDorer" geführt habe, ans Thessalien gedrängt, an den Pindos in das Thal des Haliakmou gezogen und dortMakedonen" genannt worden sei. Auch die einheimische Ueberlieferung zählte das Königsgeschlecht zu den Herakleiden, und dem Ma- rathonkämpser Aischylos gelten die Makedonen für gleichen Stammes mit der alten Bevölkerung der Lande vom Olympos bis zum Tainarou, mit der im Westen des Pindos.