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Meilen damit reden, vernichtet er den Fürsten Bismarck moralisch: „Ein deutscher Professor hat das strenge Wort gesprochen: „Fürst Bismarck hat bis auf den heutigen Tag gezeigt, daß er besser zerstören als aufbauen kann, und er selbst muß besser als irgend Jemand wissen, wie viel ungelöste Probleme sich vor ihm anhäufen. Seine Politik ist nicht wahrhaft national, er betreibt sie nicht unter freiem Himmel, im Angesicht des Landes; es ist eine geheime Kabinetspolitik!" Dieser weise Professor, der durch die zitirten Zeilen sich einen unvergänglichen Ehrenplatz zwischen Knak und Most erworben hat, bildet mit den Herren Virchow und der, pfeifende Pfeile versendenden Apollogestalt von Meppen, das Dreigestirn, zu dem der Franzose mit freundlicher Bewunderung aufblickt. Den Namen des deutschen Professors und den Titel des Werkes, dem obiges Zitat entnommen, nennt Herr Valbert zwar auch; ich aber habe ihn verschwiegen, nicht aus Mitleid, sondern weil ich nicht unverdientes Aufsehen machen wollte von einem Werke, das in Deutschland Niemand kennt und nennt — auch nicht in der Heimat des Verfassers, dem weiland Prügel- frohen Obotritenlande. H. v. Claus ewitz.
Literatm.
„Der russisch-türkische Krieg 1877" von Wilhelm Müller Professor in Tübingen (Stuttgart, Verlag vou Karl Krabbe) ist bis zur füuften und sechsten Lieferung gediehen. Sie umfassen die Zeit von der Niederlage der Russen vor Plewna, dem Eintreten des Generals Totleben, den Kämpfen im Schipka-Paß bis zum Rückzug Mehemed Ali's iufolge der Operationen am Lomflusse und der engeren Umschließung Plewnas infolge der russischen Operationen in Bulgarien. Der Feldzug iu Armenien ist bis zur Einnahme von Kars erzählt. Man sieht, der Verfasser rückt den Ereignissen rasch nach, und wenn ihn der gewaltige Flng der entscheidendsten Thaten in den letzten Wochen uud Tagen auch überholt hat, so ist das Buch doch mit soviel deutscher Gründlichkeit, Treue und Kritik gearbeitet, daß man es auch dann noch mit Nutzen gebrauchen wird, wenn der russisch türkische Krieg von 1877/78 längst der Geschichte angehört.
Verantwortlicher Redakteur: vr. Hans Blum in Leipzig. Verlag von F. L. Hervia, in Leipzig. — Druck von Hüthel Herrmann in Leipzig.