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ein jeder sich nach Hanse begab. Zn jener Zeit wurden auch bei dein österreichischen Gesandten Barvn Thugut mehre Konzerte durch den Herrn Legativns- rath Hradava veranstaltet, wozu auch Goethe sowie Gyrowetz geladen wurden. Als Gyrowetz dort eingetreten war, fand er Goethe zwischen einer Thürschwelle, die in den großen Saal führte, ganz allein und unbeachtet dastehen. Gyrowetz ging sogleich zu ihm und sagte ihm, er möchte doch vorwärts in den Saal schreiten und nicht so versteckt dastehen. Goethe dankte höflich und bat, man möge ihn nur ruhig stehen lassen, er höre alles und liebe nicht in die große Welt zu treten. Ueberhanpt war zu dieser Zeit das Benehmen Goethe's sehr freundlich, ja sogar etwas schüchtern und demüthig. Goethe hielt sich nicht lange mehr in Neapel auf und reiste bald nach seiner Heimat zurück."
„Schüchtern und demüthig" — wir kennen den Grund solcher Zurückhaltung besser. Die Klage übrigens, daß die neueren Komponisten mehr sür das Orchester als für die Sänger sorgten, war damals allgemein, und der Tadel über die Verwendung der Blasinstrumente hing eng damit zusammen. Und doch lag gerade hier das wahre Vorwärts für die Oper, die allerdings erst dann zum Rechten gelangen konnte, als man dem Orchester gab, was ihm allein gebührt, die Musik, und den Gesang eben das werden ließ, was er allein in der Oper sein kann, die künstlerisch gehobene und seelisch erfüllte Sprache der persönlichsten Empfindung. Dies würde Goethe zuversichtlich verstanden haben, sobald es ihm eben mit Sinnen faßbar, das heißt praktisch ans der Bühne vorgeführt worden wäre.
Katern im Zahre 1877.
So rasch sich auch der Assimilirungsprozeß im deutschen Reiche vollziehen mag, so sehr das Uebergewicht gemeinsamer Ziele über die besonderen Interessen feststeht, so bildet Baiern doch auch heute noch den Ausnahmsstaat in unserer gesammten regelrechten Organisation. Wir sagen dies nicht im Sinne Politischer Krittelei, sondern im Sinne einer historischen Wahrheit und Nothwendigkeit. Denn die reservatrechtliche Stellung, welche dies größte süddeutsche Königreich im Reichsrecht einnimmt, ist eben nicht bloß ein Zngeständniß, das man aus Nachgiebigkeit oder Laune gemacht hat, sondern es ward der derben Wirklichkeit gemacht; es verkörpert dieser verschiedene Nechtszustand gewissermaßen den kolossalen Gegensatz verschiedener Kult Urzustände, und einer anderen geschichtlichen Entwicklung. Die heutige Stellung Baierns im deutschen