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hat dasselbe sür diese neue Ausgabe nochmals sorgfältig durchgesehen und mit Rücksicht aus die in deu letzten zehn Jahren gemachten Studien verbessert und erweitert. Die Verlagshandluug aber hat es mit eiuer größeren Anzahl schöner neuer Illustrationen in Holzschnitt versehen;, auch einige ältere, welche ungenügend erschienen, daraus beseitigt, so daß diese Publikation iu jeder Beziehung als eine vermehrte und verbesserte Auflage erscheint.
Dieses Buch ist nicht eigentlich eine Geschichte der Renaissauee in Italien, bei welcher die vielen Einzelnheiten, deren Kenntniß von Wichtigkeit ist, die Klarheit des Gesammtbildes gestört hätten, sondern eine systematische Darstellung derselben mit besonderer Berücksichtigung der historischeu Entwickelung. Der Verfasser behandelt in übersichtlicher Weise, und stets die Quellen für feine Aussprüche angebend, in der ersten Abtheilung in dreizehn Kapiteln den Sinn für mouumeutale Bauten in Italien überhaupt, die Bauherrn und Baumeister, das Verhältniß der Gothischen Kunst zur Kunst der Renaissauee, das Studium der antiken Denkmäler und des Vitruv, spricht dann über die Formenbehandlung der Architektur in den verschiedeueu Stadien ihrer Entwickelung, über die Komposition der Kirchen, Klöster, Brüderschaftsgebäude und Paläste, über Anlage von Spitälern, Festungsbauten und Brücken, über Stadtanlagen, Villen und Gärten; in der zweiten Abtheilung von der Dekoration, handelt er zuerst von dem Wesen der Dokorativn im Allgemeinen, dann von den Arbeiten in Stein, Erz, Holz, von den Fußböden, von der FiMdenmalerei, der Malerei im Innern und den Dekorationen bei Festlichkeiten. — Es ist, wie mau sieht ein überaus reichhaltiges und sehr vollständiges Programm, welches der Verfasser mit feinstem Sinn für das Künstlerische nnd sehr umfassender Kenntniß des Vorhandenen in gelungenster Weise ausgeführt hat. Dieses schöne Buch enthält eine Fülle von geistreichen, anregenden Ideen und fruchtbringenden Anregungen. R Bergan-
Zuttus Wolff's wilder Jäger. ')
Julius Wvlff hat in seinem „Rattenfäuger von Hmneln" an poetischer Vertiefung nnd festem Ban der Komposition den früher erschienenen ebenfalls sehr freundlich aufgenommenen „Till Euleusviegel" bedeutend übertroffen. Die hier behandelte „Waidmannsmär" ist für sein hervorragendes Talent ein höchst günstiger Stoff: er verstattet und nöthigt sogar, Natnrschilderungen in reicher Mannichfaltigkeit mit der Darstelluug mittelalterlicher Gebräuche, zumal der
') Berlin, G. Grvte'sche Vcrlagshmidlnng.