Beitrag 
Carl von Clausewitz.
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Bünde bilden allerdings die Korrespondenzen zwischen Clansewitz nnd seiner Gattin, sowie mit verschiedenen anderen bedeutenden Persönlichkeiten jener Zeit, Tagebuchsblätter nnd verschiedene Aufsätze politischeu wie rein militärischen Inhalts. Alles dieses bietet jedoch eine reiche Fundgrube zur Charakterisirung der Personen wie der Zeit. Der Verfasser selbst giebt nicht mehr, als noth­wendig ist, um den Faden nicht zu verlieren, überall blickt jedoch die Begeisterung für seinen Gegenstand hindurch. Vielleicht hat er sich hierdurch und in Folge eines sicher berechtigten Pietätsgefühles verleiten lassen, die griechische Tngend des Maaßhalteus hin und wieder zu verletzen. Nicht in seiner Begeisterung, sondern in Wiedergabe hinterlassener Aufzeichnungen. Auch der geistreichste und bedeuteudste Mensch kann sich der gewöhnlichen Prosa des Lebens nicht entziehen und nicht Alles, was er schreibt, ist werth de< Nachwelt aufbewahrt, oder wenigstens dem 'großen Leserkreis geboten zu werden. Abgesehen von einzelnen Briefen, namentlich aus der Zeit des Posen'schen Anfstandes im Jahre 1831, haben unter anderen im, 2. Bande die auf einer Reise nach Marienbad im Juli 1825 niedergeschriebenen Bemerknngen, bis ans diejenigen, welche sich auf die Schlachten von Jena und Auerstädt beziehen, kaum irgend ein Interesse. Diese Bemerknngen, eineu Raum von 19 Seiten einnehmend, enthalten eine Art von Rekoguoseirungsbericht in der für solche Arbeiten vor­geschriebenen aphoristischen Weise. Für den angehenden Generalstabs-Ofsizier können diese Bemerkungen sicher als Mnster dienen, außerdem haben sie jedoch heute auch für den Militär kaum noch eine Bedeutung, da die Wegeverhältnisse total verändert sind.

Mit einem wahren Ameisenfleiß hat der Verfasser über alle Personen, die in der Biographie irgend Erwähnung finden, biographische Notizen gesammelt. Ueber die Familie des Helden bis in die vierte Generation zurück in allen ihren Verzweigungen erhalten wir genaue, fast zu genane Auskuuft, denn ohne eine Ahnentafel zu entwerfen, kann man kaum folgen. Bei dein sonstigen Guten und Vorzüglichen, wodurch sich das Buch auszeichnet, mochten wir jedoch nicht ohne Noth mäkeln und wir sprechen noch ausdrücklich aus, daß wir deM Verfasser für den bei weitein größten Theil der biographischen Notizen zu auf­richtigem Danke verpflichtet sind. Bei den unendlich vielen Persönlichkeiten, welche in den Korrespondenzen und sonst erwähnt werden, ist es immer angenehm ihre Anteeendentien zu erfahren, und sich sogleich in bekannter GesellsckM zu wissen.

Der erste Theil der Biographie handelt von den Vorfahren unseres Helden, von seinem Jugendleben, seinem Eintritt in die militärische Laufbahn, die bis zu Ende des Jahres 1812 fortgeführt wird. Clansewitz selbst schildert uus den Niedergang der preußischen Monarchie. Der Stern Friedrichs des