wollten denn das Zeug hinter uns lassen. Der Herzog ist von uns geu Grüßau ins Kloster geritten und ist großer Irrthum, daß Niemand ordnet die Leute, auch sind sie uuter sich uneins der Beute halben, so sie ungleich gewonnen von der Plünderet, daß zu besorgen stehet, nichts Gutes daraus erwachsen wird. Item unsre Feinde sind ganz stille gewest, so wir geschossen haben, nicht über zehn Schuß nach uns gethan. Suuder so wir abgezogen sein, haben sie über vierzig oder fünfzig Schüsse nach uns gehen lassen. Item im Abziehen, so am Berge unsre Leute die Scharte gehalten haben, ist Meister Oswald mit zween Edelleuten an das Schloß geritten und mit den Feinden geredet, daß sie auf guten Glauben zu Haufe ins Feld kamen, und achte vom Schloß ohne Gewehr kamen zu unser dreien mit großen Wasserkrügen von Wein, ihnen eingeschenkt und freundlich mit ihnen geredet. Und so sie von 'huen geritten, haben sie Glauben einander gehalten, bis ins Heer kommen, da haben sie auf's sehrste geschossen, wie obgemeldet. Weiß itzunder nicht mehr öu schreiben. Gott helf uns gesund wieder heim kommeu. Gegeben im Walde, Sonntags frühe vor Deeollationis Johannis 1513." — So berichtet der Hauptmanu Nikolaus Leubel, die höchste militärische Kapazität Breslau's.
Also auch auf dem Schlachtfelde keine Entscheidung, ebensowenig wie am Gerichtstisch, hier und dort Klopsfechterei. — Unser Rechtshandel verlief im Sande, nachdem Herzog Bartholomäus in den Wellen der Donau 1515 feiuen Tod gefunden hatte und feine Nachfolger den Anspruch auf die Pön aus dem "Rmdfleischischen Unrath" nicht mehr erhoben. Die rechtlose Zeit aber dauerte 'wch lange fort, und als schon die Neubildungen jener eben beginnenden kirchlichen Reformation mit gar manchem Merkmal ihrer rechtlosen Eutstehnngs- örit zu fester Form erstarrt waren, da lag die Rechtsentwickelung noch in lauger, schwerer Krise, bis endlich das Heilmittel, — Roms weltlicher Nachlaß — sein Necht, dem Kranken ins Blut übergegaugeu war, und ihn zu neuem kräftigen Leben erwachen ließ. Georg Bobertag.
Volksmedizin.
Von Moritz Busch. I.
Zu verschiedenen Malen schon ist von d. Bl. darauf hingewiesen worden, neben dem, was wir Wissenschaft nennen, ein vermeintliches zweites Wissen h^'g,eht, welches vorzüglich in den niederen Schichten des Volkes Geltung hat,