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Friedrich Chopin.
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Ans diesen verflachenden Tagen äußerlichen Virtnosenthums, in der der Werth des Gedankens unbeachtet blieb nnd nnr der Flitter der Kunst erstrebt war, hebt sich Chopin's Erscheinung rein und hvch empor. Auch er war ja ein Virtuos, aber ein Virtuos, wie jeder Künstler es sein muß. Die technische Meisterschaft war ihm nur Zweck, die schönsten Wirkungen zu erreichen und seinen Gedanken die feinste, edelste und graziöseste Ausdrucksweise zu geben. Daher, und weil sie seiner tiefsten Seele entströmten, weil sie uns nicht von der Fingerfertigkeit ihres Erfinders allein, sondern auch uud mehr noch vom Leid, Sehuen, Tränmen nnd Hoffen eines vielgetäuschteu Menschenherzens Kuude geben, haben Chopins Kompositionen die aller feiner virtuosen Zeitge­nossen überdauert. Das vorliegende Buch enthält zudem eiue große Zahl vvu Berichtigungen irriger, über Chopin verbreiteter Meinungen und Nachrichten, und wenn auch mit warmer Begeisterung geschrieben, bleibt doch die ganze Darstellung desselben stets eine ruhige und von jeder Berhimmelung freie. Die Verlagshandluug hat das Werk, das schon um der mitgetheilten Briefe willen unschätzbar ist, ansprechend ausgestattet.

Klosterleben zur Zeit der Aufklärung.

(Aus dem Tagebuche eines Mönches.) Von Adolf Bttff.

I.

In dem städtischen Archive zn Augsburg befinden sich gegen 130 Bündel beschriebener Papiere, deren Inhalt durchweg in näherer oder entfernterer Be­ziehung zu der ehemaligen reichsnnmittelbaren Benediktinerabtei Neresheim steht. Das Städtchen Neresheim liegt in dem östlichsten Winkel Würtembergs, etwa in der Mitte zwischen Heidenheim und Nördlingen. Das Kloster gleichen Namens wurde, wie es heißt, im Jahre 1095 gegründet oder eigentlich neu- gegründet, denn es soll schon vorher bestanden haben, aber wieder zu Gruude gegangen sein. Nach mancherlei wechselnden Geschicken wurde es im Anfange unseres Jahrhunderts bei der allgemeinen Säkularisation der geistlichen Stifter aufgelöst. Sein Gebiet fiel zuerst, 1803, an Thnrn und Taxis, dcmu, 1807, an Baiern und wurde endlich, 1810, an Würtemberg abgetreten.

Die erwähnten Papiere stammen sämmtlich ans dem Nachlasse des am 18. IM 1828 verstorbenen Augsbnrger Domherrn Karl Nack. Dieser war