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Die Bedeutung der historischen Studien für technische Hochschulen.
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der wird Gefahr laufen auch seine Zuhörer zu erkälten und ihnen das Beste zn ranben, was wir schließlich ans der Geschichte schöpfen: die Begeisterung.

Dr. Otto Kaemmel.

Line Keirathsgeschichte aus alten Hagen.

Ein Beitrag zur Sittengeschichte des 16. Jahrhunderts. Mitgetheilt von Hermann Heller.

Es ist eine Heirathsgeschichte, die ich erzählen will, und zwar eine solche, die einst in der freien Hansastadt Lübeck eiue ungewöhnliche Wichtigkeit erlangt hat und eben dnrch diese Wichtigkeit und durch die Konflikte, in welche sie die Betheiligten mit den höchsten Autoritäten nicht Lübecks allein setzte, iuteressnnt für die Charakterisirung ihrer Zeit geworden ist. Und eben weil es eine Heirathsgeschichte ist, dürfte ihre Erzählung auch in unseren Tagen nm so mehr Anklang finden, als gerade jetzt die ehelichen Verhältnisse, insbesondere die Gesetzgebung über die Ehe, in unserem Vaterlande einen Gegenstand leb­hafter Verhandlungen gebildet haben, ja zum Theil noch bilden. Wir werden aus dem Mitzutheilenden, wenn nicht mehr, doch wenigstens soviel ersehen, wie man vor nunmehr 300 Jahreu in einem einzelnen Falle bei uns verfuhr.

Anton Lüdinghnsen, seit dem Jahre 1552 Rathsherr, seit dem Jahre 1562 Bürgermeister der freien Reichs- und Hansastadt Lübeck, starb am 28. April 1571. Er hinterließ anßer einem Sohne erster Ehe eine Wittwe, die Fran Adelheid, geborene Lampe, eine nicht nur im Aeußern stattliche, sondern auch geistig regsame uud kräftige Frau; er hinterließ sie in den besten Verhältnissen. Fünf Jahre hatte die Frau Bürgermeisterin im Wittwenstande gelebt, als sie mit dem Ansauge des Jahres 1576 sich wieder zu verheirathen gedachte, und zwar mit ihres verstorbenen Mannes Schwester-Tvchter-Sohn, ihren: Groß­neffen, dein Kaufmann Hermanu Büning, mit dem sie also, was wohl zn beachten ist, im dritten Grade der Schwiegerschaft ungleicher Linie verwandt war.

Der Erste, mit welchem Frau Adelheid, der Sitte jener Zeit gemäß, über diesen ihren Entschluß Rücksprache nahm, war ihr Beichtvater, der Pastor der St. Petri-Kirche und spätere Senior des Lübeckischen Ministeriums, Gerhard Schröder, eiu freundlicher und milder Mann. Derselbe rieth ihr (so zart wie möglich", sagt er selbst) vvu ihrem Vorhaben ab, dieses Mal aus keinem audereu Grnnde, als weil eine Ehe in so nahen Verwandtschaftsgraden dem göttlichen

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