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so lange sie in ihrer natürlichen Sphäre — dem Familienleben — blieben. Sie wurden gering geschätzt, als sie sich in das Leben der Männer und in das öffentliche Getreibe mischten.
Deutsche Kolonisten in Brasilien.
Unter dem Titel „Brasilien, Land und Leute" ist soeben bei E. S. Mittler u. Sohn eine Schrift von Oskar Canstatt erschienen, die, großenteils ans eigne Beobachtungen des Verfassers basirt, mancherlei Neues bringt und noch häufiger Genaueres über bereits bekannte Dinge in dem großen amerikanischen Kaiserreiche bietet, und die wir deßhalb trotz der bisweilen mangelhaften Uebereinstimmung, in welcher die sonst tadellosen Schilderungen und Erzählungen Herrn Canstatt's mit der deutschen Grammatik stehen, Freunden der Erdkunde bestens empfehlen. Der Verfasser hat mehrere der zwanzig Provinzen Brasiliens durchreist und alle Hauptstädte des Landes besucht. Das meiste Interesse aber knüpft sich an seine Berichte über die deutschen Kolonien, die er uns ebenfalls nach eigner Anschauung beschreibt, und wir theilen von diesen Partien des Buches die Hauptsachen auszugsweise mit.
Schon in den Jahren 1819 bis 1825 waren Deutsche in Brasilien eingewandert und hier ansässig geworden. Größere Ausdehnung aber gewann die Einwanderung erst seit 1849, in den letzten zwölf bis dreizehn Jahren aber ist dieselbe wieder ins Stocken gerathen, da die deutschen Regierungen ihr aus Gründen, die wir als bekannt voraussetzen, Hindernisse in den Weg legten. Die Zahl der dauernd in Brasilien angesiedelten Deutschen beträgt etwa 130,000. Die hauptsächlichsten Kolonien sind Nova Friburgo, Petropolis und Valao dos veatos in der Provinz Rio de Janeiro, ferner S. Leopoldo, Torres und Tres Forquilhas in der Provinz Rio grande do Sul, S. Pedro de Alcantara und S. Jsabel in S. Cathariua, Rio grande in Paranä, S. Jsabel in Espirito Santo, endlich die berüchtigten Parceria-Kolonien des Senators Vergueiro auf dessen Herrschaft Micaba in der Provinz S. Paulo, wo diese Ansiedler in Verhältnisse geriethen, welche sich von Leibeigenschaft kaum unterschieden.
Petropolis gehört zu den ältesten dieser Niederlassungen. Es hat 3—4000 Einwohner, die größtenteils Deutsche sind und sich gegenwärtig, nachdem sie mancherlei Noth und Entbehrung ausgestanden, in guten Verhältnissen befinden, soweit sie arbeiten wollen. Der Zustand der Straßen läßt viel zu