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Griechische Frauen : antike Bilder. II.
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Anaxandridas, da sein Gattin unfruchtbar war, noch eine zweite Frau nehmen mußte, damit der Königsstamm nicht aussterbe, und Ariston sogar aus dem­selben Gründe sich zum dritten Mal verheirathete. Der König Archidamos wurde von den Ephoren getadelt, weil er eine Frau von unscheinbarer Ge­stalt geheirathet hatte, von der zu fürchten war, daß ihre Nachkommen mit körperlichen Mängeln behaftet sein könnten, was sich bei der Geburt des Agesilaos in gewissem Sinne bestätigte.

Geradezu als staatliche Würde galt die der Frau des zweiten Archonten zu Athen. Wie dieser seinen BeinamenKönig" der religiösen Gewissenhaftig­keit verdankte, mit welcher die Athener auch nach Abschaffung des Königthums für den staatlichen Verkehr mit den Göttern einenBasileus" glaubten bei­behalten zu müssen, so waren auf seine Frau, dieBasilissa", die staatlich- religiösen Funktionen übergegangen, welche einst der Königin als solcher im Staate zugestanden hatten. Nicht nur, daß ihr. gewisse hochheilige Kulthand­lungen übertragen waren; sie bildete den Mittelpunkt des beziehungsreichen Naturfestes der Anthesterien, welches im beginnenden Frühling dem Dionysos gefeiert wurde. In seinem Heiligthume unterhalb der Akropolis, dem Lenäon, wurde die Basilissa, von vierzehn edlen Frauen begleitet, unter geheimnißvollen Ceremonien dem Gotte vermählt, wodurch man den Oliven und Weinreben des Landes den Schutz des Gottes zu sichern glaubte.

Da alle priesterlichen Funktionen bei den Alten auch als staatliche an­gesehen wurden, so müssen wir auch alle Frauen, die mit Kultusämtern betraut waren, als im Dienste des Staates stehend betrachten, und es gab deren in allen Staaten Griechenlands. Doch schicke ich gleich voraus, daß dies das einzige Gebiet war, auf welchem ein auch nur bedingter Einflnß der Frauen auf das öffentliche Leben staatlich anerkannt war.

Jer wahre Konfutse.

Chinesische Sprache und Literatur. Nach den Vorlesungen von Robert Douglas, frei bearbeitet von v. Wilhelm Henkel. Jena, Ver­lag von Hermann Dußt, 1877.

Douglas hielt seine Vorträge vor circa zwei Jahren und zwar in der Royal Institution of Great Britain zu London. Der Bearbeiter hat dieselben insofern gekürzt, als er in Deutschland beim großeu gebildeten Publikum mehr Sprach- und Geschichtskenntnisse voraussetzen durfte, als Douglas bei seinen