— 29 —
Ferner erscheinen in Köln außer dem „Pastoralblatt" die Organe mehrerer frvmmer Vereine: die „Jahrbücher des Vereins zur Verbreitung des Glaubens", die „Jahrbücher des Vereins vom hl. Vinzenz von Paul" und „Das heilige Land." Der Verfasser nennt sodann das „Bonifaziusblatt" in Limburg, das „Pastoralblatt" in Münster, das „Westfälische Kirchenblatt" und die Predigtzeitschrift „Chrysologus" in Paderborn. Unterhaltungsblätter diesen Kalibers sind die ebenfalls in Paderborn herauskommenden „Feierstunden." Katholische Naturwissenschaft lehrte die seit längerer Zeit schon zu Münster erscheinende, früher von dem bekannten Professor Michelis redigirte Zeitschrift „Natur und Offenbarung". Hanptorgan der „christlich-sozialen" Partei Deutschlands, die es bei den letzten Wahlen zu einem Vertreter im Reichstage brachte, sind die „Christlich-sozialen Blätter", welche in Aachen ihre Redaktion haben, und welche unsere Schrift lebhaft empfiehlt. Endlich gibt es in Preußen zwe^ katholische Organe für literarische Kritik, welche nach der Meinung des Herrn Wverl, der das als Buchhändler wissen muß, „Ausgezeichnetes leisten und sich kühn mit den einflußreichsten akatholischen Literaturorganen messen können." Das ältere ist der „Literarische Handweiser" in Münster, 1862 gegründet, jetzt von Dr. Franz Hülskamp redigirt und in circa fünftausend Exemplaren verbeitet Das jüngere, erst zwei Jahre alt, ist die von dem Weltgeistlichen I. Köhler in Aachen geschaffene „Literarische Rundschau", welche unser Verfasser als „ein gut ausgestattetes und inhaltsreiches Organ, dessen kritische Besprechungen selbständigen Werth besitzen" bezeichnet.
Man sieht aus diesen Mittheilungen, denen dann weitere über die übrigen Länder Europas sowie über die ultramontane Presse in Amerika folgen, daß Rom eine recht stattliche Reihe von Vertretern in der Presse auszuweisen hat. Viel helfen aber wird den schwarzen Herren dieses Rüstzeug nicht, und die staatsfeindliche Macht, für die es aufgestellt ist, wird trotz aller großen Wort, gehorchen und sich beugen müssen; denn, wie sagte gleich Fürst Bismarck? — Wir gehen nicht nach Canossa.
Zur Geschichte Oesterreichs in den Zaljren 1801 öis 1809*).
Wie sehr sich der Verfasser in dem Wiener Staatsarchiv heimisch gemacht, hat er schon durch manche schätzenswerthe Publikation bewiesen. Von jener Stelle, vou welcher, seit die dortigen Quellen durch die liberale Verwaltung
*) Zehn Jahre österreichischer Politik 1801 —1810. Von Adolf Beer. Leipzig, F. A, Brockhaus. 1877.