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Zustände und Sitten in der Türkei. II.
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mehr als ein Mal ihr Land in die größte Verwirrung gebracht und helfen bei jeder Krisis das Uebel nur noch vergrößern. Allerdings sind solche Katastrophen zum größten Theil aus andern Ursachen entstanden, und auch die üble Einwirkung der Notenbanken ist nicht immer auf die schlechte Leitung, sondern auch auf die schlechten gesetzlichen Einrichtungen zurückzu­führen; allein, daß in keinem Lande tollere Experimente im Bankwesen ge­macht worden sind als in Amerika, ist doch zum großen Theil auch dem Umstände beizumessen, daß es unmöglich ist, so viele Männer, welche das Bankwesen genügend verstehen, um über 2000 Zettelbanken so zu leiten, wie es das Interesse des Landes erfordert, aufzufinden.

Zustände und Sitten in der Türkei.

ii.

In der letzten Hälfte des ersten Abschnitts dieser Mittheilungen schil­derten wir die Corruptton des türkischen Beamtentums. Ehe wir darin fortfahren, mag in der Kürze bemerkt werden, daß der Richterstand in der Regel kaum besser ist, und daß das Zünglein an der Wage der Gerechtigkeit sich, namentlich im Binnenlande, gewöhnlich nicht lange besinnt, sich dem Unrecht zuzuneigen, wenn in dessen Wagschale so von ungefähr ein oder ein paar türkische Pfund, oder ein halb Dutzend Dukaten fallen. Ein armer Teufel, der sich über einem Verbrechen betreffen läßt, wird abgestraft oder auch laufen gelassen, je nach Umständen und Launen zu profitiren ist ja doch nichts bei ihm. Ist der Angeschuldigte dagegen ein wohlhabender Mann, ist er noch überdieß der Rajah angehörig, so kann er sicher sein, daß er, schuldig oder unschuldig, nicht ungeschoren und unangezapft davon kommt. Gegen ihn ist jeder Verdacht ein gefundenes Essen, eine Goldquelle für die richrerliche Behörde. Kennt er seine Leute, und weiß er die rechten Mittel und Wege zu finden, mit denen ihnen betzukommen ist, so geht er zwar mit etwas leichterem Beutel, aber schön rein und weiß aus der Untersuchung hervor; ist er dagegen ein Mensch ohne Lebensart, der nicht weiß, was sich vor türkischen Richtern schickt, wehe ihm dann, und wehe seiner Familie, das Vermögen ist dann oft das Geringste, was verloren geht. Daher kommt es denn zum Theil, daß man vor einigen Jahren selbst in größeren Städten