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Literatur.
Geschichte der Juden in Wien (1156 — 1876) von G. Wolf. Wien 1876. Alfred Holder, k. k. Universität - Buchhändler.
Der Verfasser hat schon verschiedene Schriften über Personen und Dinge geschrieben, die in das Gebiet fallen, das er hier ins Auge faßt. Hier fügt er das dort Zerstreute zusammen und ergänzt es durch weiteres Material, welches er durch Studien in den Archiven gewonnen hat. Dieses Material hat seinen Werth, vorzüglich für die Glaubensgenossen des Verfassers, dann für den, welcher einmal eine wirkliche Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Kaiserstadt an der Donau zu schreiben sich vornimmt. Denn eine solche ist mit dem Buche nicht geliefert. Es ist nichts als eine Aneinanderreihung trockner Thatsachen und Documente, die lose verbunden, kaum erklärt und überhaupt ohne alle Kenntniß historischer Kunst verarbeitet sind. Von Farbe Leben, Stimmung, von Porträts der Hauptpersonen, culturgeschichtlicher Einrahmung u. d. m. ist nicht die Rede. Die letzten Jahrzehnte endlich sind viel zu breit behandelt, wenigstens für alle die, welche ihre Namen und Thaten nicht in dem Buche verzeichnet und gerühmt sehen.
Denkschrift des Vereins für die deutsche Nordpolarfahrt. Bremen 1876.
Auf wenigen Seiten dieser Denkschrift ist nachgewiesen, wie trotz der Aussicht, daß sich das deutsche Reich mit größeren Aufgaben in dieser Rich. tung befassen werde, der Verein sich nicht veranlaßt sieht, seine Thätigkeit für geschlossen zu erklären. Derselbe strebt vielmehr an, in vollem Einklänge mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln seine Aufmerksamkeit auf Westsibirien zu lenken und die beiden Naturforscher O. Flinsch und Brehm mit der Lösung dieser Aufgabe, zu der die Sommerzeit hinreichen wird, zu beauftragen. Als Freiwilliger wird sich diesen der Graf Waldburg-Zeil anschließen, dem die arktische Natur bekanntlich nicht fremd ist. Selbstverständlich wird seiner Zeit der thätige Verein nicht allein eine wissenschaftliche Publication über diese Unternehmung veranstalten, sondern es ist auch vorgesehen, daß die von der Reise mitzubringenden naturwissenschaftlichen und ethnographischen Objecte eine dauernde Verwerthung für die Wissenschaft haben werden. (Die Betreffenden sind inzwischen bereits in Sibirien eingetroffen.)