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Schön´s Denkwürdigkeiten und Verwandtes : dritter Artikel.
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und bei vielen Lesern Unruhe und Besorgnisse hervorgerufen hat, so dürften dafür weniger die Ergebnisse seiner Arbeit als die Art und der Ton seines Vortrages verantwortlich sein. Scharf und schneidig, keck und kühn, streit­gerüstet und streitlustig führt er seine Hiebe gegen die beiden Geschichtsfälscher Knesebeck und Schön. Er, hat e5 eigentlich nicht mit den Persönlichkeiten der beiden Männer, nicht mit einer Wertschätzung ihrer Leistungen und Ver- dienste zu thun. Er behandelt sie allein als historische Quellenschriftsteller. Die Freunde und Verehrer Knesebeck's sind dabei aber durch sein Schweigen über ihres Helden militärische Verdienste verstimmt. Die Anbeter Schön's fühlen sich noch weit heftiger verletzt durch manche einzelne Wendung in der quellenkritischen Untersuchung, die so aussieht, als ob nicht allein der Historiker, sondern auch der Staatsmann Schön getroffen werden sollte. Ich glaube nicht, daß dies letztere in Lehmann's Absicht lag; er ist ein viel zu tüchtiger Historiker, als daß er ohne weiter ausholende Erörterung, ohne eingehendere Studien, ohne vielseitigere sachliche Erwägungen eine so schwierige Aufgabe sich aufgeladen haben sollte; aber im Eifer des Gefechtes entschlüpfen ihm wohl Wendungen allzu weitgehender allzu polemischer Natur. Kein unpar­teiischer Leser wird sich ernstlich an ihrwn stoßen wollen. Ja wer sich wirk­lich durch derartige Sätze den Genuß des schönen Buches stören lassen wollte, der würde grade dadurch verrathen, daß ihm der Schön-Kultus höher steht als die historische Wahrheit.

Königsberg, 22. April 1876. W. Maurenb recher.

Konstantin UöUer's SchriftAas deutsche Ueich und die

Kirchliche Irage".

Professor Dr. W. Beyschlag. II.

Da die Wiederbelebung des Christenthums im deutschen Volke eine Neu­gestaltung der evangelischen Kirche voraussetzt, so wendet sich die Betrachtung Rößler's im neunten Kapitel denPlänen und Versuchen zum Aufbau der evangelischen Kirche" zu. Daß im 16. Jahrhundert ein äußeres Gebäude der deutsch-evangelischen Kirche nicht zu Stande gekommen, erklärt er aus der Ungunst der damaligen politischen Verhältnisse Deutschlands: eine gemeindliche Organisation der Kirche würde eine demokratische Organisation des Reiches als Correlat erfordert haben; der particular-dynastischen Reichs-